Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439435
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Zweiter 
Teil. 
rechte geschlagen. Ihr mit einem Diadem und einem Ähren- 
kranze geschmücktes Haupt ist der rechten Seite zugewandt, 
das Haar ist geflochten, eine der Flechten über die Brust ge- 
legt. Diese umschliefst ein breiter Spangengürtel; über den 
Schofs fällt ein Gewandstück. Der starke Abfall der linken 
Schulter, der durch die Wendung des Kopfes noch stärker 
hervortritt, die etwas gezwungene Haltung des rechten Armes, 
sowie überhaupt die ganze Stellung des Körpers, der keine 
rechte Stütze findet, geben der Figur etwas Beunruhigendes 
und Momentanes, so dal's man sich des Gedankens nicht er- 
wehren kann, sie müsse im nächsten Augenblicke ihre Lage 
verändern. Am stärksten tritt die Einseitigkeit der Komposition 
in den beiden männlichen Gestalten hervor, deren eine, welche 
der Wertach entspricht und die den Lech darstellt, den aus- 
gestreckten linken Arm auf ein schön verziertes Schaufelruder 
stützt, während die Rechte in den lang herabwallenden Bart 
greift. Um sein nach links gewandtes Haupt legt sich ein 
Kranz von Tannenzapfen, den rechten Schenkel bedeckt ein 
Tierfell, die Beine sind leicht angezogen, die Füfse gekreuzt. 
Besser gelungen ist die Gestalt des Brunnenbach, wie der Lech 
eine kräftige Mannesgestalt, die mit herabhangendem rechten 
und angezogenem linken Beine der Singold entsprechend gelagert 
ist. Er hält in der Rechten einen Fisch, indem er sich zugleich 
mit gebogenem Arme aufstützt, und zieht mit der Linken ein 
gefülltes Netz über seine linke Schulter hinweg. Der etwas 
vorgeneigte bärtige Kopf ist mit Eichenlaub bekränzt. 
In der Mitte des Beckens erhebt sich ein hohes Postament, 
das im vorigen Jahrhundert eine dem Geiste der Zeit ent- 
sprechende Umwandlung erfahren hat, nur einzelnes, wie die 
wasserspeienden Sirenen, die auf den Ecken gelagerten Knaben 
mit den wasserspeienden Delphinen und die Widder-köpfe ent- 
stammen der alten Zeit. Auf dem Postamente steht die 2,50 m 
hohe Statue des Augustus. In ähnlicher Weise wie der Perseus 
des Grottenhöfchens bekleidet, mit kurzem Waffenrocke und 
hohen Sandalenstiefeln, nur noch mit einem nach hinten ab- 
fallenden Mantel angethan, steht er mit vorgesetztem rechten 
Fufse da, die Linke mit zurückgedrängtem Arme an das zur 
Seite hängende Schwert legend, während die Rechte segnend
        

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