Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439427
III. 
Candid als Tafelmaler. 
Der Augustusbrunnen in Augsburg. 
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beitete nach Zeichnungen, die aber nicht in genügender Zahl 
vorhanden Waren, um ihm für diejenigen Figuren, deren kompli- 
zierte Stellung ein Durchkomponieren von den verschiedensten 
Seiten erfordert hätte, einen genügenden Anhalt zu bieten, 
während die stehende Figur des Augustus schon in einer oder 
zwei Ansichten sich in der richtigen Weise darbot. Wie nötig 
einem nicht selbständig arbeitenden Bildhauer die Aufzeichnung 
von verschiedenen Seiten ist, zeigten uns die Handzeichnungen 
zum Ludwigsmaussoleum, und die Thätigkeit des Modellierens 
selbst lehrt, wie wenig Anhalt eine Zeichnung bietet, wenn nicht 
selbstschöpferische Kraft hinzutritt. 
In der richtigen Ansicht bieten die beiden weiblichen Figuren 
ihre linke Seite, die männlichen hingegen die rechte dar, und 
werden jene ein wenig von rechts, diese ein wenig von links 
aus zu betrachten sein. Sie stellen die Gottheiten der einst bei 
Augsburg zusammenfiiefsenden Flüsse Singold, Wertach, Lech 
und Brunnenbach dar x), und weisen in ihren Attributen auf die 
Segnungen derselben hin. 
Die eine der beiden weiblichen Gestalten, die Singold, hat 
ihren mit einer Spange gezierten rechten Arm leicht auf ein 
neben ihr stehendes Prachtgefäfs gelegt, während in dem auf- 
gelagerten linken ein F üllhorn mit Früchten ruht. Ein leichtes 
durch eine über die rechte Schulter gehende Spange gehaltenes 
Gewandstück bedeckt die linke Brust und den Schofs. Auf 
dem in scharfer Rechtswendung gedrehten Kopfe ruht ein 
prachtvolles Diadem, die Haare sind zum Teil geüochten, teils 
fallen sie gewellt herab. Die Figur ist insofern als die best- 
gelungene zu betrachten, als sie sich auch in Vorderansicht an- 
genehm darstellt, nur fehlt auch hier in der Stellung der Unter- 
schenkel die rhythmische Anordnung. Eine solche vermissen wir 
in der Darstellung der Wertach überhaupt. Dieselbe hat ihren 
scharf gebogenen linken Arm auf den Teil eines Mühlrades 
gelegt und hält in der vorgehaltenen Rechten einige Korn- 
ähren. Sie hat sich weit zurückgelehnt und das gebogene linke 
Bein leicht über das etwas angezogene gleichfalls gebogene 
1) Vergl. A. Buff, Augsburg und: Rogge, Die Augsburger Brunnen. 
teres in Lützows Zeitschrift für bildende Kunst 1882. 
Letz-
        

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