Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439402
III. 
Candid als Tafelmaler. 
Der 
Augustusbrunn en in Augsburg. 
115 
auch dieses Bild in diese Periode; die Anlage ist nicht sehr 
bedeutend, die Farbe tritt stärker als gewöhnlich auf. Dar- 
gestellt ist in halber Figur ein junges Mädchen, das trommel- 
schlagend innig nach oben blickt. Da das Bild selbst keinen 
Anhalt bietet, so läfst sich nicht sagen, 0b die Benennung bei 
Mannlich als Saila, Tochter des jephthah oder bei Weizenfeld 
als Mirjam die richtigere ist. Gröfse des Bildes mit moderner 
Anstückung: 108 cm hoch und 84 cm breit. 
Das Bild, das am deutlichsten den Einilufs des Schwarz 
verrät, befindet sich in der Domkirche zu Freising und stellt 
die Anbetung der heiligen drei Könige dar. Links in einer 
Landschaft vor einem Hause sitzt Maria und ist im Begriff, 
indem sie aus einem Korbe ein Linnentuch nimmt, das auf 
ihrem Schofse sitzende Kindchen anzukleiden. Dasselbe wendet 
sich lebhaft dem vor ihm knieenden greisen Könige zu, der 
ihm einen kostbaren Kasten darreicht. Rechts nach dem Hinter- 
grunde blickend, wo wir ein stattliches Gefolge gewahren, steht 
der zweite der Könige und etwas mehr im Grunde der Athio- 
pier. In der Ferne Zug der Gefolgschaft mit Kamelen. Am 
Hause stehend sieht Joseph auf einen Stab gestützt dem 
Vorgange zu. Über dem ganzen schweben unter einem Sterne 
vier Engel mit einem die Worte: Gloria in Excelsis Deo tra- 
genden Spruchbande. Links unten steht die Bezeichnung: 
PETRVS CANDIDVS FECIT. 
Zu dem Bilde hat sich mit einigen Abweichungen und in 
gegensinniger Darstellung eine Handzeichnung erhalten, die 
noch mehr als das Bild das Streben, die Farbe zur Geltung zu 
bringen, bekundet, denn dieselbe hat er ganz in der Weise, wie 
wir es oftmals bei Schwarz finden, farbig behandelt, und zwar 
treten hier gelbe, blaue, rote und meergrüne Töne zu einer 
Wirkung zusammen, die an Werke der späteren Venezianer 
denken läfst. Spräche nicht der Strich der Zeichnung dagegen, 
so wäre man geneigt, dieselbe dem Schwarz zuzuschreiben. 
Ähnliche F arbenwirkungen weist auch das Bild auf, doch nicht 
so grell wie die Zeichnung. Der Künstler steht hier mitten in 
einer neuen Entwicklung. Leider fehlen uns die Werke, um 
diese, die in den Anfang der neunziger jahre fällt, in ihren 
einzelnen Stufen zu verfolgen. Zwischen den genannten Bildern 
88
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.