Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439360
III. 
Candid als Tafelmaler. 
Der Augustusbrunnen in Augsburg, 
III 
zart ist aber die Zeichnung, von besonderer Schönheit sind die 
Hände der Maria, ihr Gesichtstypus und ihre Haartracht er- 
innern an andere Marien unseres Künstlers. Vor allem aber 
ist es die Frische und Lebendigkeit des Kindchens, die seine 
Urheberschaft als unzweifelhaft erscheinen lassen. 
Unklar ist, was mit „dem selbern tuch zu S. Augustin", für 
das er im folgenden Jahre häuiig Farbe empfängt, und das ge- 
wöhnlich nur als s" tuch, einmal, als mit ihm Paduano für das- 
selbe Farbe erhält, als  altartuch" angeführt wird, gemeint 
ist. In demselben Jahre wird ihm mit V iviani zusammen Farbe 
gegeben „zu dem altar gen Hall"; auch Ponzony wird in dem 
Jahre mit einer „tafi gen Hall" angeführt. Gegen Ende des 
Jahres werden zwei Kruzifixe genannt, „so er (Candid) auf 
schxvartzen atlasz gemacht". 
Sehr zu beklagen ist, dal's die beiden Porträte Maximilians, 
die er im Jahre 1588 malte, sich nicht erhalten habenf) Am 2. Juni 
bekommt er zum ersten Male Farbe „zu hertzog Maximiliany 
contrafet" und am 11. des Monats „zum andern hertzog Maxi- 
miliany contrafet", wie diese beiden gewöhnlich unterschieden 
werden. Unter den Handzeichnungen befindet sich mit der 
Feder gezeichnet und leicht getuscht die jugendliche Gestalt 
eines Fürsten in spanischer Tracht, der eine versiegelte Rolle 
in den Händen hält. Die längliche Kopfform, das hagere Ge- 
sicht sind denen des Maximilian nicht unähnlich, und es ist 
daher wohl möglich, dafs wir hier eine Handzeichnung zu einem 
der beiden Porträte vor uns haben. Wenn wir in der Gestalt 
auch eher einen achtzehn", als einen fünfzehnjährigen Jüngling 
vermuten, so wird doch der hieraus entstehende Einwand da- 
durch gehoben, dafs, wie berichtet wird, Maximilian sehr früh 
ein männliches Aussehen und Wesen erhalten habe. 
Im Jahre 1589 ist von einem „engel auf papier" die Rede, 
sowie von einem "fenster", für das er oftmals mit einem „Herrn 
lllargraff" zusammen Farben empfängt. Vielleicht ist hier an 
eine Glasmalerei zu denken, zu der er den farbigen Entwurf 
lieferte. Gegen Ende des Jahres wird noch ein "Mariabildt" 
 Ein Bildnis Maximilians von Candid wurde bei einer im Jahre 1855 vor- 
genommenen Revision der im Staatsbcsitze befindlichen Bilder vermifst.
        

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