Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439321
Arbeiten 
in 
der 
VOD 
Iesuitenkirche 
Michgel. 
107 
vor der Residenz nicht gleichartig gebildet sind, sondern zwei der- 
selben eine viel gröfsere Schönheit und Vollendung als die beiden 
anderen zeigen, und daher die Möglichkeit nicht ausgeschlossen 
bleibt, dafs jene beiden zur Zeit der Residenzausstattung als 
Gegenstücke zu diesen, ursprünglich unter dem Erzengel stehen- 
den von Krumper modelliert worden seien. Doch fehlt dafür 
jede nähere Bestimmung. Ganz gleichartig, nur mit verschie- 
denen Symbolen versehen, sind die vier Wappen gebildet, und 
diese weisen in ihrer Formengebung mehr auf eine frühere 
Zeit hin, die noch unter Müelichschen Einllüssen steht, während 
das kleine Wappen unter dem Erzengel, das in der Beschrei- 
bung nicht genannt ist, und daher wahrscheinlich später ge- 
schaffen wurde, jene Kunstformen offenbart, die erst der Geist 
Italiens in München hervorgebracht hat. 
Stilistisch mit dem Wappen verwandt sind die vier im 
Chore der Kirche stehenden Bronzekandelaber. Vier auf nied- 
rigen Stützen ruhende, nach unten kräftig ausladende Voluten, 
aus denen Engelsköpfchen hervortreten, umschliefsen den ver- 
zierten Untersatz des Leuchters, auf dem nach scharfer Ein- 
kehlung das mit Guirlanden und Widderköpfen gezierte Posta- 
ment des Kerzenhalters lagert, der durch figürlichen und 
pflanzlichen Schmuck belebt, in gefälligen Ausladungen und 
Einziehungen schlank emporwächst. 
Auch hier fehlen alle Nachrichten über den künstlerischen 
Ursprung; wir werden jedoch kaum irren, wenn wir sie dem 
Candid zuschreiben, da die Ornamentik ganz seiner Weise ent- 
spricht. Ähnlich charakterisierte Kerzenhalter, nur einfacher 
in der Anlage und Ausstattung zeigen ein nach einem Kartone 
Candids (früher in den Arkaden des nördlichen Hofgartens) von 
Amling gefertigter Stich, sowie die Veronikatafel vom früheren 
Hochaltare der Frauenkirche. Die Art der Akanthusbehand- 
lung, den Charakter der Cherubim und Sirenen, die Anordnung 
der Fruchtgehänge u. a. werden wir späterhin auf manchen 
Werken Candids wiederiinden, zumal in den Grottesken, den 
Urnrahmungen der Teppiche und in dem Entwurfe zu einem 
Thürklopfer (Sammlung Maffei). Worauf Naglerl) die Ansicht 
I) München 
1883-
        

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