Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439316
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Teil. 
Zweiter 
auf einer Handzeichnung des Schwarz I) (vielleicht zu diesem 
Bilde) und dann in Erwägung der angegebenen künstlerischen 
Merkmale des Schwarz, der durch und durch Maler war und 
in keinem seiner Werke jene plastische Empfindung verrät, die 
den Candid so sehr auszeichnet, den Schwarz als den künst- 
lerischen Urheber dieser Gruppe betrachten. Für Sustris, der 
die Zeichnungen zu einem Teile der übrigen Fassadeniiguren 
lieferte, ist das Werk zu bedeutend. 
Über den Ursprung des unter der Gruppe beiindlichen 
WVappens fand sich keine nähere Angabe. Dasselbe zeigt das 
bayerische Wappenschild, an dessen Seiten zwei Putten stehen, 
die über dasselbe eine Kurfürstenkrone halten, unter der ein 
Engelsköpfchen hervorlugt, und welche die herabhangende 
Kette des goldenen Vliefses halten, deren unterer Teil leider 
abgebrochen ist. Von den Fufspunkten der Putten hängen 
Fruchtschnüre und Draperie herab, von denen letztere durch 
einen unten angebrachten Löwenkopf zusammengehalten wird. 
Die Zartheit und Anmut der Gliederung, die Vollendung, mit 
der sich alle Teile zu einem Ganzen zusammenschließen, läfst 
uns vermuten, dafs wir hier ein Werk unseres Künstlers vor 
uns haben. Es spricht sich in demselben ein ganz anderer 
Kunstcharakter aus als in den vier von Löwen gehaltenen 
WVappen vor der Residenz, die im jahre 1615 dort hinkamen, 
nachdem sie bis dahin der Michaelskirche angehört hatten. 
Im allgemeinen gelten sie als Werke Gerhards, deren Gufs 
Pellagio besorgte. Nach Haeutle waren sie ursprünglich in 
zwei Kapellen der Michaelskirche aufgestellt; doch halten wir 
das nicht für wahrscheinlich, da eine Beschreibung der Kirche 
im Jahre 15972) davon nichts weil's, Wohl aber an der Fassade 
nach Erwähnung der beiden Portale und des Erzengels von 
Löwen spricht: 
Quod rictu terrent pando, sacra sigma leones, 
Sigma Ducum clarae monumenta perennia Bojae. 
Wie viele Löwen sich hier befanden ist leider nicht ersicht- 
lich. Es ist dies deshalb von Interesse, weil die vier Löwen 
I) Im Kgl. Kupferstich- und Handzeichnungskabinet zu München. 
2) Troplxaea Bavarica Sancti Michaeli Archangeli. In Templo et Gymnasio 
societatis Iesu. Dicata Monachij. Anno MDIIIC.
        

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