Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439303
Arbeiten 
in 
VOR 
der Iesuitenkirche 
Michael. 
105 
dem Stiche, für den Candid die Aufzeichnung lieferte, Ver- 
mieden. Hier hat die Gruppe, die sich in einer von toskani- 
schen Säulen eingeschlossenen Nische beiindet, über der eine 
mit Guirlanden und Draperie geschmückte Tafel mit der In- 
schrift S. Michael Archangelus hängt, Während sich seitlich 
davon das bayerische und das lothringische Wappen be- 
finden, eine in dekorativem Sinne vollständige Umwandlung 
erfahren. 
Unmittelbar in die Augen fallend ist die ganz veränderte 
Umrißlinie. Die in dem Bronzewerke verhältnismäßig klein 
gebildeten Flügel ragen hier mächtig aus der Nische heraus 
und dienen dem Oberkörper als Folie, und in gleicher Weise 
sind die fledermausartigen Flügel Luzifers verwendet, der hier 
nicht durch die scharfe Biegung des rechten Armes den Fluß 
der Umrißlinie jäh zerreißt, sondern den Arm hochgestreckt 
hat, um sich gewissermaßen in seinem Sturze an dem Stabe 
emporzuheben. Dadurch hat sein ganzer Körper eine ver- 
änderte Lage erhalten. Der Kopf liegt höher als die Beine 
und erscheint in Vorderansicht, Während diese in schöner Über- 
schneidung mehr von der Seite sichtbar sind. In die Bewegung 
des Engels ist ein größerer Schwung gebracht, der Kopf ist 
gehoben, die Stabhaltung durch anmutige Biegung der Arrne 
eine freiere und leichtere, die unschöne Beinstellung des Engels, 
der in dem Bronzewerke das rechte Bein scharf durchgedrückt, 
das linke eckig gebogen zeigt, hat einer lebendigeren und gra- 
ziöseren Platz gemacht. Das Wirrsal der Falten ist geordnet, 
schön lagern auf den Oberarmen die Weiten, kurzen Ärmel, 
die wie das Gewand mit Agraffen besetzt sind, die Gür- 
tung ist eine höhere, der Überfall in seiner Umgrenzung ge- 
regelter, das Untergewand so angeordnet, daß in die störende 
Lücke neben dem rechten Beine sich ein Teil des Kleides 
in schöner Fältelung hineingelegt hat. Trotz der größeren 
Gesetzmäßigkeit und Ordnung der Falten machen dieselben 
hier vielmehr den Eindruck der Bewegtheit und Lebendigkeit 
als in dem Erzwerke, wo sie unruhig und verworren er- 
scheinen. 
Wir glauben nicht fehl zu gehen, wenn 
auf die ähnliche Gruppe des Hauptaltarbildes 
wir im Hinblicke 
der Kirche, sowie
        

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