Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439295
104 
Zweiter 
Teil. 
Candid zugeschrieben, doch ist dies Urteil nicht allgemein; so 
nennt z. B. Bianconi, der doch viele Bronzewerke dem Candid 
zuweist, hier keinen Künstler und auch Rittershausen und 
Westenrieder!) schweigen hierüber ganz, während Lipowskyz) 
es ein Werk des Hubert Gerhard nennt und auch Sighart sich 
auf diese Angabe beschränkt. Dies vermögen Wir nun nicht, 
denn unmöglich können wir nach unseren früheren Auslassungen 
dem Gerhard, der, wie wir berichtetena), die Ausführung br- 
sorgte, den Entwurf zuschreiben. 
Bei Betrachtung der Gerhardschen Werke deuteten wir 
schon auf den Unterschied hin 4), der zwischen diesem Werke 
und dem Perseus waltet, und die nähere Besichtigung zumal 
aber die Vergleichung mit dem genannten Kilianschen Stiche 5) 
wird unsere Angaben bestätigen. 
Auf einem von zwei Konsolen getragenen Postamente, das 
einer Nische vorgelagert ist, krümmt sich der gestürzte Luzifer, 
ein Ungeheuer mit Faunskopf, hängenden Brüsten, F leder- 
mausflügeln, Krallenfmgern, Schweif und Bocksbeinen unter 
dem Stofse zusammen, den ihm der auf ihm stehende Erzengel 
mit seinem langen, hochgefafstenKreuzesstabe in den Nacken 
versetzt, und ist bemüht, mit der Rechten die Waffe von sich 
abzudrängen. Der Engel, eine geüügelte Gestalt erscheint in 
bewegtem, faltenreichem Gewande, das durch zwei auf der Brust 
sich kreuzende Gurte zusammengehalten wird, und trägt auf 
dem lockigen Haupte ein Diadem mit dem Kreuze. 
Alles was wir bei unserer früheren Besprechung als be- 
sondere Eigentümlichkeiten des Werkes hervorhoben, ist in 
I) Lorenz Westenrieder, Beschreibung der Haupt- und ReSidßTllsiildi 
München in gegenwärtigem Zustande. München 1782. 
2) Künstlerlexikon. 
3) S. 85. 
4) S. 90 f. 
5) S. 94. Der Stich trägt folgende Inschrift. Links unten: Opus ex aere 
Huberti Gerardi Holland. Altitudine Pedum XIV, rechts unten: Petrus Candid 
delineavit. Lucas Kil, Aug. scalpsit und unten eine XVeihung an den Herzog 
Wilhelm.  Aufser diesem existiert ein von einem Anonymus direkt nach dem 
Werke gemachter, unbedeutender Stich.
        

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