Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439284
Arbeiten 
in der Jesuitenkirche 
VOXI 
Michael. 
103 
Ansichten auseinander, denn während Nagler mit der Quelle 
übereinstimmt, ist es nach Rittershausen ein Bild des Hans von 
Aachen „in seinem mittern Stil". Wir möchten nicht die ver- 
schiedenen Beziehungen auf Hans von Aachen ganz von der 
Hand weisen, da manches, zumal in der Ausführung des Mag- 
dalenenbildes und des Martyriums dcs heiligen Sebastian an 
seine YVeise erinnert, können uns jedoch hier nicht auf weitere 
Erörterungen einlassen, sondern müssen uns mit der Angabe 
begnügen, dafs unsere Quelle nichts von seiner Mitwirkung 
weifs. Die Bilder entstanden am Ende der achtziger ]ahre. 
In dieser Zeit malte Schwarz das Hauptaltargemälde. 
Noch von ferneren Arbeiten Candids für die Jesuiten ist 
in der Malerrechnung die Rede; so wird ihm 158g Farbe ge- 
geben "für ein tuech p. Jhesuity" und ferner für „8 tafien p. 
Jesuiten," für deren nähere Bestimmung jeder Anhalt fehlt. 
Ebensowenig ist zu ersehen, was mit der in diesem, wie im 
folgenden Iahre häufig vorkommenden Notiz „Piero... zu der co- 
media" und einmal „zu engeln in der comedia" gemeint sei. In 
denselben Iahren findet sich in den Rechnungen der Michaels- 
kirche unter der Rubrik "Comedi" eine Reihe von Malern, 
darunter Hans Thonauer, Ferdinand Hebenstreit, ein Hofmaler 
Hans Andree sowie ein Heinrich Grätting "Maler von Dresen". 
Vielleicht sind mit diesen Arbeiten Dekorationsstücke zu 
dem grofsen Einweihungsfeste der Kirche gemeint, das auf 
den 21. Oktober 1589 angesetzt, nachher aber verschoben wor- 
den war. 
Mit der Malerei Wetteiferte die Plastik, um der Kirche 
einen ihrer Bedeutung und Würde entsprechenden Schmuck 
zu verleihen. Nicht nur an der Fassade brachte sie ihre Werke 
an, WO zwischen den Portalen in einer Nische der Erzengel 
Michael im Kampfe mit Luzifer steht und darunter das baye- 
rische Wappen hängt, Während in den oberen Stockwerksreihen 
in Nischen Fürstengestalten und ganz oben der Heiland stehen, 
sondern auch das Innere ward reich mit ihnen versehen und 
zeigt aufser den erwähnten Gripsstatuen die Bronzewerke 
Christus am Kreuze mit der heiligen Magdalena, einen Engel 
mit dem Weihwasserbecken und vier Kandelaber. 
Der Entwurf des Erzengels Michael wird vielfach dem
        

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