Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439179
Zweiter 
Teil. 
mit 100 H. angestellt wurde, also weniger erhielt als der jüngere 
Krumper, ja auch als Fistulator, berechtigt, da es zu auffallend 
ist und mit seiner Bedeutung als Techniker nicht im Einklange 
steht, zu keinem rechten Schlusse, und ebensowenig vermögen 
uns die Summen, die er für einzelne Werke erhielt, zu einem 
solchen zu bestimmen. Die Summe von 800 H., die er für das 
_„formieren vnd verschnaitten" des Erzengels empfing, ist eine 
beträchtliche, und dieser entspricht die Zahlung für die Figuren 
des Augustusbrunnens. Im Jahre 1590 werden ihm in drei Raten 
1100 H. ausgezahlt, im folgenden am 3. August „auf rechnung 
der angefrümten bilder zum neuen rörpronnen" wiederum noo H. 
und im November „für sein angefrümbte arbeit" 700 H. Ferner 
erhält er in diesem wie in den folgenden Jahren mehrere kleinere 
Summen, so dafs der Gesamtbetrag ca. 5000 H. ausmacht. I) Dafs 
Gerhard auch die Ziselierung dieser Figuren insoweit besorgte, 
als er die Überarbeitung der aus dem Gusse kommenden Werke 
versah, wird trotz der Rechnungsnotizen, nach denen die Gold- 
schmiede Gregor Bayr und Jacob Schönerer, jener im Jahre 
1591 „die groszen bilder zum rörpronnen gehörig zuverschneiden" 
470 H., dieser in den Jahren 1591 und 1593 für Arbeit an den 
kleinen Bildwerken, sowie an den Stuckteilen 294 H. erhielten, 
anzunehmen, und die Thätigkeit der Goldschmiede auf die feinere 
Ziselierarbeit an den Haaren, Gewändern, Schmuckteilen und 
Gerätschaften zu beziehen sein. 
Aber ganz abgesehen davon, ob man den Gerhard als selb- 
ständigen Künstler betrachten will oder nicht, ist man auf keinen 
Fall berechtigt, die in der Perseusgruppe offenbarte Kunstweise 
als eine für ihn charakteristische anzunehmen, da dieselbe auch 
einer Zahl von Werken eigen ist, die zu einer Zeit entstanden, 
in der wir Gerhard gar nicht mehr am bayerischen Hofe finden. 
Die Maria auf der Säule, die Bavaria im Hofgarten, einzelne 
Figuren vom Wittelsbacher Brunnen, die gelagerten Gestalten 
auf den Portalen der Residenz u. a. m. reden dieselbe Sprache, 
nur zeigen sie eine gröfsere Zartheit der Modellierung, die Heigelz) 
der 
1) Aus den Baumeisterbüchern im städtischen Archiv Zu Augsburg. 
2) K. T11. Heigel, Die Bavaria auf der Hofgartenrotunde zu München. 
Augsburger Allgemeinen Zeitung 1875, N1". 354. 
In
        

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