Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wandlungen im Kunstleben Japans
Person:
Fischer, Adolf Wada, Eisaku
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1434966
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1435973
Plastiken der Gegenwart dagegen kläglich, kraftlos vor. Welche 
Einfachheit, innige Schlichtheit und Grösse zugleich steckt in der 
über tausend Jahre alten Holzstatue des Priesters Ascmga, die im 
Kofukujikloster in Nara steht; ich glaube kaum, dass Werke, wie sie 
der Schöpfergeist der grossen Meister der Naraschule, eines Jäclw", eines 
Unkei im elften. seines Sohnes Tanked im zwölften Iahrhundert hervor- 
brachte, das Land der aufgehenden Sonne so bald wiedersehen wird! 
Von den alten Meistern können die bildenden Künstler japans 
unendlich viel lernen. WVeleh ungekünstelter, kraftvoller Geist, 
welch edle Schlichtheit spricht aus diesen Werken, die eben nur 
naivem, frommgläubigem Empfinden entspringen und das künst- 
lerische Glaubensbekenntnis frommer Seelen darstellen. 
An Leitern, , heutzutage nicht in 
die die Jungen" Iapan. Derhervor- 
immermahnemdas ragendste künstle- 
künstlerische Erbe  Tische Erzieher des 
ihrerVorväter-hoch  Volkes und der 
zu halten, dasselbe T;  heranurachsenden 
nicht zu vergessen f?  Künstlergeneration 
oder gar gering- i  y ist der ehrwürdige 
schätzig zu behan-    Herr Yamatralaa, 
deln, wie es thö-    gegenwärtigDirelz- 
richterweise die   tor der Museen in 
Vorhergehende Ge-  k, Kyoto und Nara. 
neration nach der j Die Notwendig- 
Revolution von Dirßklör Yamütaka- keißandeml-laupt- 
1868 that, fehlt es sitze der Regie- 
rung, die dem Lande auf einmal eine neue, ganz fremde Kultur 
aufdrängte, ein Museunf") zu gründen, ergab sich von selbst. Alle 
Resultate fremder Wissenschaften und Künste mussten den Leuten 
vor Augen geführt werden, um ein Verständnis dafür zu erwecken 
oder, wo ein solches schon teilweise vorhanden war, zu entwickeln 
und zu steigern. 
Andererseits verschwanden mit unheimlicher Schnelligkeit die 
herrlichsten Kunstgegenstände einer früheren Epoche, und so hatte 
das Museum die doppelte Aufgabe, den Sinn für die europäische 
Kultur zu erwecken, andererseits aber die Reste der schwindenden 
altjapanischen pietätvoll zu sammeln, damit nicht kommende 
 Ilandelsmuseen  
schiedenen Städten Japans, 
 allerdings in bescheidenem Masse 
es entstehen deren immer mehr. 
gi ebt
        

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