Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wandlungen im Kunstleben Japans
Person:
Fischer, Adolf Wada, Eisaku
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1434966
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1435728
zu bringen, bloss den technischen Teil erledigt, das rein Künstlerische 
aber, die seelische Belebung des Gegenstandes, dem Kunstfreunde 
überlässt. 
   für den Maler istmja dieser Standpunkt recht  
steht xel- zu unseren WGStliChGH Anforderungen, die  
geistigen und seelischen Qualitäten des Künstlers  
wollen, in- schreiendstern Gegensatz.  
Hieraus ergiebt sich die unendliche Kluft, die zwischen unse-itlähl" 
Denken und-blffihlen und dem der Ostasiaten liegt; es sin,d. eben- 
Gegensäitze vorhanden, die nicht zu überlnüclten sind! i i 
Die Japaner haben nun einmal keinen anderen [Xusweg als 
tslJei-denßlätiropäern in die Schule zu gehen, durch ernstes Studium 
ihre Kunst zu vertiefen, durch Erreichung technischen Könnens die 
Vorzüge ihrer Vorväter zu neuem Glanz zu bringen. i, 
Alle anderen Mass- "lsletrtefaber über- 
nahmen führen zu nehmen noch die kon- 
keinem erfreulichen Ziel, servativen Kunstjünger. 
erst mit dem Können ß- ähnlich den Söhnen alt- 
des europäischen Künst-   japanischen Schlages, 
lers ausgestattet, wird  F die willig ein ihnen vom 
der japanische, wenn er Vater bestimmtes Mäd- 
wieder nationale Stoffe  chen heiraten, ohne zu 
religiösen oder profanen   prüfen, ob diese Ehe 
  llrqypern (las     
Inhalts ergreift, der ver-    zu ihrem Heil aus- 
alteten Kunst zu neuem "Mew Bymsu Kwazl" schlagenkfinne, kritiklos 
Glanz verhelfen. die Manier ihres durch 
Zufall bestimmten Meisters an. Nicht ihre Individualität" ent- 
wickeln die konservativen japanischen Künstler, denn nur ihres 
Meisters Wille und Wesen findet in ihnen ihre Fortsetzung; An- 
wandlungen selbständigen Schaffens, das nicht ganz nach des Meisters 
Art, wird als Pietätlosigkeit, ja als respektlose Auflehnung aufgefasst. 
 Erzählte mir doch lhluenouchi Seiko, einer der bedeutendsten Maler 
Kyotos, der fühlt, dass ein neuer Zug in die japanische Kunst kommen 
müsse, falls sie nicht an Altersschwäche sterben solle, dass ihn sein 
Meister, der erst vor mehreren Jahren verstorbene berühmte Blumen- 
und Vogelmaler Bairci, zweimal vor die Thür gesetzt habe, vweil er 
versuchte, anders ztußinalen als dieser.    
 So wie die japanische Regierung heute begabte junge Männer 
nach Europa schickt, die sich an den Hauptsitzen der Kultur bilden 
ts._ollen„so Wurden im achten und neunten Iahrhundert Studierende 
 China gesandt. Aber schon im fünfzehnten Iahrhundert klagt
        

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