Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wandlungen im Kunstleben Japans
Person:
Fischer, Adolf Wada, Eisaku
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1434966
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1435577
   Würde diese Weitaus gehalt- und stimmungsvollste Komposition 
ebenso gut in Farben ausgeführt werden, wie sie entworfen ist, so 
wäre dies ein Bild, dessen Wert Zweifellos fiberall Beachtung fände. 
Wie ich aber hörte, soll das Nlnlen des jungen Kita keineswegs auf 
 Höhe seines {Kompositionsteglentes stehen. 
i Dies einwandfreieste und lobenswerteste von den grossen Bildern 
nrzir "Am Uyenoteich" von Fujishiana, das zwei Mädchen darstellte, 
von denen eines unter einem WVeidenbatime auf einer Bank am 
Ufer des Uyenoteiches sitzt, während ihre daneben stehende Freundin 
ihr vorliestm Landschaft und Figuren stimmen fein im Tone zu- 
sammen; störend berührt nur der zu lange, unplastisch wie ein 
Lineal niiflgiende Arm des sitzenden Mädchens, der auf einer Lehne 
der Bank ruht. " Me-xäx 
Grosse Kromgpsitionen auf idealem Gebiete fehlten gänzlich, 
nach Kourodas gtiisicht gebräche es, um solche Kunstwerke hervor- 
izvubringen, arfsichönen Wodellen, die dazu anregen. Dieser äusser- 
liehe Grund scheint mir aber nicht der massgebendste zu sein; 
starke Gefühlsätisserungen liegen eben nicht im Wesen des Iapaners. 
 Das Bedürfnis, einen Idealtypus zu schaffen, hat sich unterrllm- 
standen ja auch schon früher bei anderen Kunstnationen geltend 
gemachtfja selbst teilweise schon bei den Iapanern, die dabei a1ler-_ 
dings zümeisyt der Karikatur und einer unserem Geschmack auf die 
Dauer Widerljfchen Unnatur veriielen. 
 Das Lyrisch-landschaftliche, die gemalte Novelle, dürfte auch 
in Zukunft am meisten der natürlichen Begabung des Iapaners ent- 
sprechen. i t i 
Es entspann sich oft zwischen einigen Bekannten und i "r die 
Frage, 0b die Iapaner Wohl in absehbarer Zeit Künstler au enj 
Würden, die in einer Linie mit unseren grossen Meistern gen "Ain't 
zuuxgerdenxverdienten.   
"Meine Trmpassgebliche Meinung ging dahin, däss sich auf dem 
Gebiete der Malerei dasselbe Schauspiel Wiederholen würde, wie 
auf dem Gebiete der Musik. 
]apanische Violin- und andere Virtuosen, die in der euügor. 
päischen Musik von europäischen Lehrern am Konservatogßü'ä' in 
Tokyo ausgebildet wurden, Weisen eine eminente technischiebliertig- 
keit auf.  Waszu erlernen ist, haben sie erlernt, das Aeusserliche 
haben sie sich durch Fleiss, Ausdauer und das ihnen eigene; starke 
iräachahmuäigstalent angeeignet; aber aus dem zierlichen-glatten Spiel 
äspricht keine Seele, es fehlt der Duft des Persönligglien.
        

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