Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wandlungen im Kunstleben Japans
Person:
Fischer, Adolf Wada, Eisaku
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1434966
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1435471
das lXlaterial nicht zu Gebote stünde, um den [Irsprung der Arbeiten 
zu kontrollieren, sehriebe die Ideen der Erfindungskraft europäiiseher 
Künstler zu.   
 Auch in Tokyo hörte ich, als ich die verschiedensten Maler 
der" konservativ japanischen Richtung aufsuchte, wenig Schrneichel- 
lipftes-wübei" den sogenannten neuen europäischen Stil. 
S0 mancher Künstler, der bei uns als äusserst genial und 
criindttngsreich verschrieen ist, verüel bei den jalnanern, die die 
Strasse genau kannten, Wo die gcistrcichen ldecn zu holen sind, 
erbarrnungslosern Spott. 
 So sagte mir einmal gelegentlich eines Besuches der bereits 
erxxiähnte berühmte, Galzä Hashimoto, er habe vor einigen Tagen 
in einer englischen Zeitschrift die Illustration einer Landschaft 
gesehen, "lauf der" sogar das Siegel des japanischen Meisters zu 
lesen war. das"i'der' Künstler als einen nichtssagenden Zicrat auf- 
gefasst zu haben schien. Q 
m" lch konnte dem würdigen Greis die beruhigende Mitteilung 
machen, dass solche Albernheiten nicht nur im Vaterlände 
Shakespeares, sondern auch im heiligen Deutschen Reich vorkäuneil, 
dass auch dort mit derselben naiven Dreistigkeit Blumen, die im 
iapanischen Kunstgarten wüchsen, als selbstgezüchtet präsentiert 
wtirrlen.   
„Nun dann," so erwiderte Galzä Ifaslmnoto, „s0 haben wir 
ilassellve Recht, uns über die künstlerischen Diebstähle und Nach- 
äfftingen zu beklagen, wie die Europäer ihrerseits auf technischem 
Gebiet, die behaupten, von uns rücksichtslos geplündert zu Werdäynf") 
Die Iapaner fragten mich, 0b ich glaubte, dass die vorhin "ge- 
schilderte beliebte Manie Wirklich aufrichtig bewundert Würde und 
ob ich der Ansicht wäre, dass dieser „neue Stil", ein Hohn auf 
jedes ehrliche Naturstudiuni, von Dauer für die Zukunft sein 
würde: i 
Die aufgeregten Gemüter suchte ich mit der unuinstösslioheii 
'l"hatsache zu beruhigenfidäss sich jede Verlogenheit und Mode- 
dtunmheit früher oder später zu Tode lebt und die Natur doch 
immer Wieder bei der folgenden Generation zu ihrem Rechtlkomtriien 
müsse, auch Werde dieser unnatürliche Iapandusel, der sich mornentain 
auf Kosten unserer eigenen alten Kultur breit macht, in sich selbst 
 1,:   Die Iapßijiäßl" liehen es bekanntlich, Patente von Waffen, Mas E11, Geräten 
".15 zu kopiereä] dann ein Äganz unwesentliches De il hiuzuzuf" en und es mit 
53b  hron Iäanägeuten als getriiale Produkten ihres ges voyzugäigen. 
        

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