Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wandlungen im Kunstleben Japans
Person:
Fischer, Adolf Wada, Eisaku
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1434966
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1435173
Hoffnungen berechtigt, so wird er oftmals, falls der Meister keinen 
oder einen unbegabten Sohn hat, von ihm adoptiert und dazu aus- 
erseheil. seinen Namen und Ruhm der Nachwelt zu übermitteln. 
Daher diese uns verblüffenden. nie endenden Malerdynastien von 
vielen Hundcrtcn von Iahren! Als markantestcs Beispiel einer 
solchen Künstlerdynastie will ich den in Kycto lebenden hochange- 
sehenen Kano-Maler" Kose Shäseki, der auch den Namen Iümaoki führt, 
nennen. Dieser aristokratische. wie ein lyrischer Dichter aussehende, 
Künstler rühmt sich mit Stolz, das achtunddreissigste (irlied der 
Malerdyrnastie Ifose Kanaokas (859-930 n. Chr.) zu sein, des 
klassischen Begründers des noch heute massgebenden Stils für 
religiöse Malerei. YVie ich mich selbst überzeugte, malt er, sobald er 
religiöse ltiotive be- kursus durchmachen 
handelt, noch streng  und ausserdem vier 
imStilseinesStamm-   Jahre Studieren, 
VMCYS-     Drei Wirkliche 
Jünglinge, die 3   Professoren, Arakz" 
vom konservativen   Kwavnpo, Yamana 
Kunst-Studium ab-   Kuumgi, Kawabata 
weichen und die  Gyokuslzo, dazu die 
Kunst  Schule in  doppelte Zahl Assi- 
Tokyo besuchen, Ä i; stenten stehen der 
müssen, um das Malschtrlcvor. Eine 
lteifezeugnis zu er- Kose Shöseki. merkwürdige Ein- 
langen, einen Vor- richtung, für die ich 
schwer einen plausiblen Grund ausfindig machen konnte, ist, dass 
die Professoren alle drei Wochen mit ihren Klassen wechseln. 
Als ich die Kunstschule besuchte, lagen im kleinen Saal acht 
Iünglinge bäuchlings auf den Matten, damit beschäftigt, auf ein mit 
Gelatine und Alaun präpariertes Papier vermittelst eines mit Tusche 
gefüllten Pinsels Kakemonos (Rollbilder) zu pausieren, ein Verfahren, 
das übrigens in den anderen Iahrgängen auch noch stattfindet. 
In einem grösseren Nebensaal befanden sich die dreiund- 
zwanzig Besucher des ersten Iahrganges. 
Ein etwa sechs Fuss breiter Gang teilte den Unterrichtsraum 
in zwei Hälften, die je zwei Fuss über demselben erhöht lagen 
und mit sauberen Matten belegt Waren. 
jedem mit den Lebensgewohnheiten der Ostasiaten nur halbwegs 
Niet-trauten brauche ich nicht erst zu erwähnen, dass die Sandalen 
im Gange abgestreift und die Matten, die sich an Stelle unserer Stühle 
und Sofas befinden, nur mit reinen Socken betreten werden dürfen.
        

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