Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wandlungen im Kunstleben Japans
Person:
Fischer, Adolf Wada, Eisaku
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1434966
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1436153
nicht sehen; darum ist es hohe Zeit, endlich einmal aufzuhören mit 
der masslosen Verhimmlung fremder Götzen auf Kosten unserer 
Götter; denn gonst bekommen wir in Bälde zu lesen: "Es ist doch 
tief bedauerlicihi, dass unserem Goethe und Heine nicht 
der japanischen Kultur in reicherem Masse zu teil 
was hätte sonst aus ihnen werden können!" 
der Segen 
geworden, 
Einen ganz eigenartigen Charakter nimmt das Museum in 
Kyoto um die Neujahrszeit an, wo es einer grossen Glückwunsch- 
halle gleicht. Die vielen, bloss mit dem Schriftzeichen für „Glück 
und langes Leben" bemalten Kakernonos, sowie die, auf denen 
Kraniche und Schildkröten dargestellt sind, sollen Glückwünsche 
ausdrücken; die ersteren deuten symbolisch tausendiähriges, die 
Schildkröten aber zehntausendjähriges Leben an. 
i, Am schwierigsten für die Besichtigung sind die Makemonos, 
die man nur genau in Augenschein nehmen kann, wenn man sie 
in_der Hand von rechts nach links aufrollt. Diejenigen, die sich 
für solche YVerke besonders interessieren, können nun einzelne 
derselben unter Aufsicht gegen Bezahlung von 30 Sen in einem 
dazu reservierten Raume besichtigen. Mehrere solch ausgezeichneter 
Werke des "genialen Vaters der japanischen Karikatur, des im 
zwölften Jahrhundert lebenden Abts Toba Sojo", der sie schuf, um 
den gemütslaranken Kaiser Rokujä aufzuheitern, gehören zu den 
eigenartigsten und ursprünglichsten Schöpfungen japanischen Geistes, 
deren Wirkung sich kein für Humor empfänglichei" Nlensdh ent- 
ziehen kann. 53. 
Eine Eliteausstellung der erlesensten alten Kunstwerke; -._die 
Herr Yamataka in den Klöstern auftreiben konnte, .war gelegentlich 
des Besuches des japanischen Kronprinzen im Kyotoer Museum 
veranstaltet. Bei dieser Gelegenheit hatte der rührige Direktor alle 
Minen springen lassen. 
Damals wurden mir alle Zweifel darüber benommen, dass in 
Ostasien die chinesischen Vettern das Höchste in der Malerei ge- 
leistet haben: da verstand man, dass die japanischen Maler zu 
deren Werken wie zu unerreichbaren Idealen aufblicken. Werke, 
die ein Alter von mehr als 1000 Iahren hatten, lernte ich da kennen. 
Sie Waren von einer Grösse der Auffassung, des Ausdrucks, die 
überwältigte, so vor allem acht Kakemonos von Zengetsu, die Rakans, 
Schüler Buddhas, darstellten und die hinsichtlich ihrer künstlerischen
        

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