Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wandlungen im Kunstleben Japans
Person:
Fischer, Adolf Wada, Eisaku
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1434966
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1436105
sich einen Begriff über die altchinesischen und altjapanischen 
Meister zu verschaffen. Direktor Yamateaka und Nomura, die stets 
selbst in den Klöstern Umschau halten, sorgen dafülr, dass nur 
Gediegenes zur Schaustellung gelangt, auch "sind sie darauf be- 
dacht, dass ab und zu Werke hervorragender Zeitgenossen Auf- 
nahme finden.      
Vor den keineswegs geschmackvollen Ausstellungskästen, die 
das Museum von der 1895 abgehaltenen Nationalausstcllungi erwarb, 
sieht man denn auch vielfach" 1malende Männlein und Weiblein 
stehen, die die Gelegenheit, Gutesgzulsehen, auf ihre Weise nützenÄ 
Nicht iniit Staffeleien und Farbenkasten kommen die Studierenden 
angezogen, "nein, blossfnnt einem Skizzenbuch aus "weichem Papier 
"oder eiheirPapierrol-letßbewaffnet, und so pinseln sieymit Tusche, die" 
sie in ililfenriSchreibzeti-gfiram Gürtel hängenthaben. Koldien" nach" 
berühmten altenpiGeinälden.  biedärffkeinerflangegn Auseinander- 
setzungen,i_ifum iu beweisen,daesZd-ieseÜXrtiui arbeiten denn doch zu 
oberflächlich ist, um Reformen herbeiführen zu können. Ohne 
eine radikale Umänderttng des?_ganzen Systems zu studieren im Sinne 
der Secessionisten, bleiben didf.,_lLeute_ trotz allen Studiums grosser! 
nationaler Schöpfungenf doch nur imiiNachahmen gewisser Aeusser-ä" 
lichkeiten ihrer Vorfahren steckcnix So sehr Herr _Yamata7ca einer-j 
seits durch den fleissigen Besuch "der heranwachsenden Künstlerv 
generation erfreut ist, so befürchtet er; Wie er sich" zu mir älussertei, 
dass die „Iungen" durch den Anblick grosser Schöpfungen "neiri" 
geistert, ihre Igrjäilftgeganiß-ggossen, schwierigen Aufgaben" versuchen 
würden, ohne wie frühefjähreßcl-iindtufchr den Stil ihresMeisters zu 
gäben, um soiallmfähliehliinirijiessern Art grosse tecl1ni'sche'Fertigkeit_ 
zu leiiaffgeh:     es  f; i],   i"    
 trefflichen! lllaizlned; sei es 
effwiis Älltägliclies,7 {dass sich jtingee: strcbsame, Künstler ischivieirige, 
gXugarhenheTsit-iällten, die "sie noch nicht meistern  
fächade knichtsi, es sei schon ein erfreuliches Zeichen, dass sie selbst-i 
ästänfdig- etwas wollten. Unreife Werke gingen etetsdenwvollendeten 
ivloräus, durch Tasten, Suchen und Irren kämen die strebenden doch 
feindlich auf den Weg, der sie zum Heile führe.  7  
   Der in anderen Anschauungen und Traditionen ikuigewachsenei 
konnte sich nicht von der Richtigkeit meines Standpunktes über- 
zeugen; der Ostasiate, der den Schwerpunkt des Künstlers in der 
technischen Mache sieht, konnte nicht begreifen, dass ich wünschte, 
die Jungent möchten lieber naiver, ungeschickter, aber selbständiger 
arbeiten.
        

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