Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Häusliche Kunstpflege
Person:
Schultze-Naumburg, Paul Cissarz, Johann Vincenz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427724
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1429190
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läuft. Und diesem blöden Vorurteil zu lieb, fährt 
die deutsche Frau fort, ihre Formen zu "verschönern". 
Was sie jedoch nicht abhält, über die Chinesin er- 
haben die Nase zu rümpfenl 
Wie leicht der Körper an dieser schlecht ge- 
schützten Stelle dem, wenn auch leisen Drucke des 
Schnürleibes nachgiebt, ist eine zu einfache anatomische 
Erfahrung, um ernsthaft geleugnet werden zu können, 
und wer einigermassen Studien macht, findet es stets 
bestätigt. Wenn trotzdem Ärzte dem Korsett manch- 
mal das Wort reden, so thun sie es einfach deshalb, 
weil sie es immer noch für besser halten, dass der 
Druck auf eine breite Fläche verteilt wird, als wenn 
er sich in Gestalt eines Rockbundes auf einen schmalen 
Streifen konzentriert. Es liegt ja etwas Richtiges zu 
Grunde, wenn man meint, dass ein breiter, fester 
Gürtel, wie es ein vernünftigesLeibchenseinkönnte, das 
auf den um ein geringes breiteren Hüften aufliegt, zum 
Tragen des Rockes mit verwendet werden könnte. In 
der Praxis wird es aber nie so ausgeführt, sondern stets 
wird schliesslich der Druck der Überkleidung selbst 
sich auf den Körper verpflanzen und langsam, ganz 
langsam die Deformierung hervorbringen. Das ist ja 
gerade die anatomische Beobachtung, dass der Körper 
dem leisesten kontinuierlichen Druck keinen Wider- 
stand entgegensetzen kann, während ihm der akute 
Druck wenig ausmacht, sondern er sofort in seine 
alte Form zurückkehrt. Deswegen ist die Ausrede 
aller derer, die glauben, weil sie den Druck des
        

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