Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Anfaenge der griechischen Kuenstlergeschichte
Person:
Urlichs, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427275
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427414
als es wirklich verwendet wurdeüt Ich muss mich undeutlich ausgedrückt oder 
B. meine Worte missverstanden haben. Also noch einmal: man kaufte zum Behuf 
des Baues eine Quantität Holz, die natürlich nur in die Rechnungen, nicht in das 
Inventar aufgenommen wurde; das Holz war Eigenthum der Artemis, sowohl im 
verarbeiteten als im rohen Zustande. Als der Bau fertig war, musste nachgewiesen 
werden, wie viel verbraucht worden war; dies wurde als solches, weil es verrech- 
net war, in die Inventarien nicht aufgenommen. Nun fand sich aber, dass man zu 
viel Holz angeschafft hatte. Bei einem Profanbau hätte man es veräussern können; 
da aber alles zum Tempelbau verwendete oder bestimmte Material als heilig galt 
(O. F. Hermanns gottesd. Alterth. g. 11, 14), dimfte man es nicht verkaufen. Man 
bewahrte es also auf, ebenso wie in Megara das zur Statue des Theokosmos be- 
stimmte, aber nicht zur Verwendung gekommene Holz in seinem halbfertigen Zu- 
stande hinter dem Tempel des Zeus verwahrt wurde (Pausan. 1, 40, 4). Dies 
reponierte Holz führte man in den Inventarien weiter, die Schatzmeister des Ten1- 
pels übernahmen es beim Antritt und wiesen es bei ihrem Austritt als vorhanden 
nach. In das Inventar war es bei der Uebernahme des fertigen Tempels über- 
gegangen. Als es sich nun um den neuen Tempelbau handelte und man die vor- 
handenen Mittel überschlug, ergab sich, dass man das alte Holz verwenden konnte, 
also kein neues zu kaufen brauchte; und damit wurde es dem Architekten zur 
Disposition gestellt und verschwand aus den Inventarien des Schatzes. Die Gren- 
zen sind also die Vollendung des alten und der beginnende Bau des neuen Tempels. 
Das 
ältere 
Didymaenn 
bei 
Milet. 
Ich lasse die Frage nach der Zerstörung der Branchidenstadt in Sogdiana 
durch Alexander ausser Betracht, weil sie, wie B. anerkennt, für die Zerstörung 
des Didymaeon ohne Belang ist. B. hat Recht, wenn er S. 524 sagt: „sollte aber 
"sogar die Zerstörung der Branchidenstadt durch Alexander eine Fabel sein, so ist 
„damit noch in keiner Weise die Zerstörung des Didymaeon durch Xerxes als Fabel 
„erwiesen." Er setzt diese Zerstörung in die Zeit nach der Schlacht bei Mykale. 
„Diese selbst wird nun übereinstimmend von Strabo, Pausanias, Suidas und Ourtius 
berichtet." S0 Brunn S. 525, aber nicht so die von mir-S. 18 u. 18 abgedruck- 
ten Zeugnisse der Alten. Pausanias sagt nichts davon, er spricht nur von der 
Wegführung der Statue des Kanaohos. Ourtius redet blos von der Verletzung des 
Heiligthums zu Gunsten des Xerxes, Suidas von dem Verrath der Branchiden und 
dem Raube der Weihgeschenke; dass der Tempel verbrannt wurde, sagt allein 
Strabo, allerdings ein achtungswerther Zeuge, der, wie B. wiederholt behauptet, 
seine Nachrichten „gewiss aus bester Quelle, aus den Ueberlieferungen im Heilig- 
thume selbst" schöpfte. Strabo aber berichtet, dass Xerxes das Didymaeon eben
        

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