Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Anfaenge der griechischen Kuenstlergeschichte
Person:
Urlichs, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427275
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427653
Grimd haben; ich suchte ihn in der Aussicht auf grosse Unternehmungen, welche 
ihnen der Ruhm des auch als baulustig bekannten Klisthenes eröffnete. Das ist 
allerdings eine „reine Supposition". Aber mir scheinen vier Statuen in einem 
neuen Material wirklich eine grosse Unternehmung zu sein. Dass sie überhaupt 
nach Ambracia gingen, ist wiederum reine Supposition. Bezeugt wird nur, dass 
sie nach Aetolien gingen, und dass Ambracia mit ihren Werken erfüllt war. Und 
doch zweifelt B. nicht daran, ich auch nicht. Man sieht aber, dass man ohne 
Vermuthungen nicht auskommt. Da mir die Erscheinung eines Künstlers aus Am- 
bracia, des Polystratos, auffällig war, habe ich vermuthet, er sei ihr Schüler gewe- 
sen und B's. Darstellung, der sie eben durch den Aufenthalt des Dipoenos und 
Skyltis erklärte, eben so verstanden, denn die "Möglichkeit gewisser Beziehungen 
zwischen den Künstlern" fasste ich nicht so auf, dass sie einander persönlich kann- 
ten, sondern dass der Eine den Andern als Lehrer anerkannte. Ich hatte Unrecht. 
B. hat jetzt eine einfachere Erklärung gefunden S. 551: „dass Ambracia, 
„erst von den Kypseliden gegründet, als junges und aufstrebendes Gemeinwesen auch 
„künstlerisehe Kräfte in Anspruch nahm und dieselben theils unter seinen Bürgern 
„erweckte, theils aus der Fremde heranzog". Ambracia war unter Kypselos, 655-25, 
Regierung selbst gegründet, also nicht so sehr jung; ein Gemeinwesen war es bis 
zum Tode des dortigen Tyrannen Periander, um Ol. 50, auch nicht; dass es auf- 
strebend gewesen wäre, ist „reine Supposition". Dass es künstlerische Kräfte aus 
der Fremde heranzog, wissen wir aus dem Aufenthalte des Dipoenos und Skyllis; 
dass es einheimische Kräfte, d. h. Polystratos "erweckte", reicht zu deren Aus- 
bildung nicht hin, sie müssen erzogen werden. Gesehah dies von Korinth und 
vor dem Sturze der Kypseliden, so haben wir dort unbekannte Künstler in den 
vierziger Olympiaden anzunehmen; geschah es nachher, unbekannte Künstler um 
O1. 50. Warum verliert sich B. in solche Muthmassungen? war es nicht einfacher, 
einen bekannten Künstler als Schüler mit zwei ebenfalls und zwar als Lehrer be- 
kannten Meistern in Verbindung zu bringen? 
Die 
Nachfolger 
des 
Dipoenos 
und 
Skyllis. 
Ich setze also noch immer die ÄThätigkeit jener Meister zwischen O1. 50 und 
58, ihren zweiten Aufenthalt im Peloponnes unmassgeblich zwischen O1. 54 und 58.' 
Die Probe haben wir noch zu machen: wir müssen untersuchen, 0b die Nachri-ch- 
ten über ihre nächsten und entfernteren Schüler uns nicht zu einem andern System
        

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