Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Anfaenge der griechischen Kuenstlergeschichte
Person:
Urlichs, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427275
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427595
B.: 2) 13, 101: „Theophrastus qui proximus. a magni Alexandri aetate 
„scripsit haec circa urbis Romae annum OCOOXL; vergl. 15, 1: Theophrastus   
„urbis Romae anno eirciter OOCOXL. Nemlich Nicodorus, dem Theophrast eine 
"Schrift widmete, war Archon urbis nostrae OCCOXL anno: 3, 58. Da aber die 
"Widmung nicht in diesem Jahre stattzufinden brauchte (vgl. Theophr. de caus. 
„plant. I, 195), so setzt Plinius aus diesem Grunde und nicht, wie U. meint, weil 
„die Jahresanfänge nicht übereinstimmen, in den beiden ersten Stellen circa und 
"Cirßitef, um seine Angabe nicht als genaue, sondern als eine approximative zu 
nbezeichnen." Das Oitat aus Theophrast caus. plant 1, 19, 5 führt Sillig an, um 
zu beweisen, dass Plinius beide Schriften Theophrasts als ein Werk citiert; da- 
rin wird eine Thatsache berichtet, welche unter dem Archon Nikodoros vorgefallen 
war. Was B. daraus folgert, steht in der Stelle nicht. Allerdings brauchte die 
Widmung nicht unter dessen Archontat Statt zu finden, wenn sie überhaupt Statt 
gefunden hat. B. scheint einen alten Text des Plinius vor sich gehabt zu haben, 
worin er 3, 58 gelesen haben 1nag: in eo volumine, quod scripsit Nicodoro Athe- 
niensium magistratui, qui fuit urbis nostrac CCOOXL. anno. Da dies nun kein 
Latein ist und eine solche Widmung in Theophrasts Büchern, die wir ja noch ver- 
gleichen können, nirgends vorkommt, ist der Fehler längst mit cod. d verbessert 
worden, und weder Sillig noch v. Jan noch Detlefsen schreiben anders als magi- 
stratu. Also das Argument von der YVidmung hat keinen Boden. Es bleiben 
also die vier übereinstimmenden Stellen des Plinius 3, 58. 13, 101, 15, 1. 19, 32, 
wovon die beiden ersteren handschriftlich fest stehen, die anderen sicher verbessert 
worden sind. Davon nennen die erste und letzte das Jahr ohne, die andern beiden 
mit circa und circiter. Es leuchtet also ein, dass Plinius durch diese beiden Wör- 
ter keine Unbestimmtheit der Epoche bezeichnet, sondern eine weniger als ein 
Jahr betragende Differenz zugibt. Diese Zeit ist der einen Stelle caus. plant. 1, 
19, 5 entnommen; dass in die Piianzengeschichte auch spätere Ereignisse aufge- 
nommen worden sind, ist eine bekannte Sache (vgl. Clinton p. 378 K12, Niebuhr 
röm. Gesch. 1, 22); das ist aber gleichgültig für unsere Frage. Plinius hat ein 
festes Datum seiner Quelle, wahrscheinlich einer Chronik, entnommen. Eben so sagt 
er umgekehrt, wo Theophrast a. 153m p. 702 Sohn. GtWSI-skfnspi äw, nafkisra äveuvj- 
xovra eÄ; äpxovw ilpzäißookov geschehen lässt, 33,113 schlechtweg XO annis ante 
Praxibulum. Das Resultat ist: circiter ändert nichts an der Genauigkeit der 
Angabe. 
B.: 3) 14, 73: „Erasistrati maximi medici auctoritas circiter OCCCL. anno 
„urbis Romae. „„Warum gerade dieses Jahr angegeben wird, Weiss ich nichtßß 
„Die Angabe ist eben durch circiter als eine ungefähre hingestellt und entspricht 
"nicht genau, sondern in runder Zahl der 120. Ol., die ebenfalls Durcl1scl1nitts- 
nzahl ist." Unbcgründet ist hierin die Annahme, dass Ol. 120 eine Durch- 
schnittszahl sei; es müsste dafür ein Beweis gegeben werden. Richtig ist dagegen 
die Behauptung, dass a. 450 der 120. Ol. nicht genau entspricht; es entspricht
        

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