Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Anfaenge der griechischen Kuenstlergeschichte
Person:
Urlichs, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427275
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427555
schritt sich in jenen Bildern zeigt, so Wenig lässt sich ihr Zusammenhang mit den 
Typen des früheren Mittelalters läugnen. Doch auch diese Vergleichimg hinkt, am 
besten halten wir die neuere Kunst von der Betrachtung der Antike fern. Das 
aber werden wir behaupten dürfen, dass die Geschichte der Kunst auch von jenen 
Kunsthandwerkern, wie sie B. richtig nennt, Notiz nehmen muss. 
B. wiederholt S. 542 f. seine Erklärung der Stelle des Pausan. 5, 17, woraus 
er die Gleichzeitigkeit des Smilis und der Schüler des Dipoenos folgern will. Er 
legt grosses Gewicht auf die Worte Gäpuöo; 551a p-qrpö; ruSv Qpröv, und dass darin 
ein Zusammenhang liegt, wird Niemand läugnen. Es fragt sich nur seit wann. 
Der Tempel war der Hera geweiht, sie sass auf dem Thron, Zeus, wie es scheint 
(denn die Stelle ist lückenhaft), stand neben ihr (oder war es Ares  Zu Hera 
gehören die Horen, ihre Erzieherinnen nach Olen, ihre Dienerinnen nach Homer, 
der Schmuck ihres Hauptes bei Polyklet; nicht aber zunächst deren bei Hesiod 
erwähnte Mutter Themis, welche sogar der Hera gegenüber anstössig erscheinen 
könnte. Es ist also vollkommen statthaft, die Erweiterung des Götterkreises im 
Heraeon stufenweise geschehen zu denken: zuerst die Tempelbilder, einfache 
(kunstlose) Werke; dann die Horen, das YVerk eines kunstsinnigen Meisters; end- 
lich ausder hesiodischen Poesie von den Schülern des Dipoenos deren Mutter 
Themis und die andern Töchter des Zeus und der Themis, die Hesperiden (Schol. 
Eurip. Hippolyt. 742). Ich halte also Försters Ausführung nicht für widerlegt 
und. glaube nicht, dass aus jener Gruppe auf die Gleichzeitigkeit des Smilis und 
der Schüler des Dipoenos geschlossen werden darf. Dagegen liefern die Nach- 
richten bei Clemens protrept. 46 und 47 einen Namen Prokles, zu dessen Zeit 
das Bild der Hera ävöpaavtoszöä; wurde: warum sollen wir diese Nachricht nicht 
benutzen, weil in der einen Stelle der Künstler, wir wissen nicht, 0b nicht genannt 
oder von Clemens ausgelassen wird, der gleich darauf den Meister dieses Bildes, 
allerdings unter Anführung eines andern Gewährsmannes, nennt? 
Dass die athenische Inschrift, welche den Namen Endoios erhalten hat, in 
der That zwischen O1. 70 und 80, und zwar Wohl eher nach als vor O1. 75 ver- 
tertigt worden ist, bezweifle ich nicht, seitdem ich durch Herrn Dr. Hirgßhfelds 
Güte in den Besitz eines getreuen Abklatsches gekommen hin. Wäre also dieser 
Endoeos der berühmte, von Pausanias als Schüler mit Daedalos verbundene Mei-
        

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