Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Anfaenge der griechischen Kuenstlergeschichte
Person:
Urlichs, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427275
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427518
Der 
Beginn 
des 
ephesischen 
Tempelbaues. 
Unter welcher Regierung der Bau unternommen worden ist, lässt sich aller- 
dings nicht ausmachen; eine muss es gewesen sein, 0b eine tyrannische oder re- 
publikanische, war für die Gemeinsamkeit des ionischen Baues gleichgültig, da in 
Ionien beide Regierungsformen bestanden. Ich lasse meine Vermuthung, damals 
habe Pythagoras geherrscht, ganz dahin gestellt sein. Gegen BJs Erklärung der 
Stelle bei Suidas v. Huöa-ydpa; aber muss ich einen philologischen Einwand machen. 
„Wie kann hier, wo unmittelbar äv 10T; vaol; vorhergeht, bei eiq rö ispöv gerade an 
das Artemisheiligthum gedacht werden? w) Zapdv ist hier, ähnlich wie bei Herodot 
IX, 57 [lies 65], der heilige Raum im Gegensatz von 16 ßäßnkov." So B. S. 537. 
Bei Herodot geht der bestimmte Singular Avjnnrpo; u) 50.00; und 16 räpavog vorher, 
bei Suidas (d. h. Aelian) der bestimmte Plural, dem der ebenfalls bestimmte Sin- 
gular folgt. Viele tödtete er in den Tempehi, eine Jungfrau iloh in das Heilig- 
thum. Sie wird doch nicht aus einem Tempel ins Freie geflohen und der Tyrann 
wird doch nicht den Vorplatz mehr als das Innere eines Tempels geschont haben. 
Gerade wegen dieses Gegensatzes habe ich das ausgezeichnete Hieron für das 
der Artemis gehalten. "Und", fährt B. fort, „würde die Gründung des berühmten 
.„Tempels nachher mit den Worten abgethan werden, dass das delphische Orakel 
befiehlt: veujv oivacr-äoaz?" „Oeterum excidit narrationis conclusio" lese ich bei 
Bernhardi. Daran ist Suidas schuld, nicht seine Quelle. 
Auf meine „Phantasien über die Erbaulmg des älteren milesischen Tempels" 
geht B. nicht ein, ich habe also nichts zu erwidern. 
Fünftens endlich bespricht B. meine Zusammenstellung der vor Ol. 50 rings 
um Ephesus erbauten Tempel. Er meint: „Tempel gab es allerdings schon vor 
„Ol. 50 in allen bedeutenden Städten Kleinasiens, so gut wie in Deutschland Kir- 
nchen vor Erfindimg des romanischen oder gothischen Baustyls. Aber darum 
"waren noch nicht alle diese Tempel des ausgebildeten dorischen oder ionischen 
„Baustyls, so wenig wie jene Kirchen gothische Dome." Der griechische Stil hat 
.sich meines Erachtens eben so allmälig zu seiner grössten Pracht entwickelt, wie 
der mittelalterliche. Es lässt sich doch nicht läugnem dass das Schatzhaus Myrons 
in Olympia vor der 40. Olympiade im dorischen und ionischen Stil erbaut war; 
ebenso werden die etwa 50 Jahre vor dem samischen in Asien erbauten Tempel 
den ionischen Stil gezeigt haben, wenn sie auch nicht durch den grossartigen Plan 
glänzten. Schon deswegen verdienen die Nachrichten über gleich alte oder ältere 
Bauwerke eben so viel Glauben wie Beachtung, 
Datiert habe ich nur zwei: den Tempel von Assesos in der Nähe von Milet, 
der, mag er klein oder gross gewesen sein, zu dem Bau von zweien dem Alyattes 
Veranlassung gab. Diese halte ich für Denkmäler des ionischen Stils. Dann den 
ältern milesischen selbst deswegen, weil Necho 1' 595 in ihn gegen das Ende sei-
        

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