Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Anfaenge der griechischen Kuenstlergeschichte
Person:
Urlichs, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427275
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427484
teresse der Milesier gelegen, ihm einen gewaltigen Bau zu übertragen, Wofür er, 
so lange sein Vermögen in Ephesus festlag, keine Sicherheit bieten konnte. 
Ferner wirft mir B. vor, dass ich "über die Unwahrscheinlichkeit meiner An- 
„nahme, dass Paeonios 01.64, doch gewiss nicht als Knabe, die Leitung des ephe- 
„siscl1en und Ol. 76, also 48 Jahre später, die des milesischen Baues übernommen, 
„0hne weitere Bemerkung hinwegschlüpfe". Uebergangen habe ich diesen Einwand 
allerdings, weil ich ihm keine Bedeutung beimass. Wenn die 120 Jahre den vier 
Architekten entsprechen, so gilt das von der ganzen Zeit, nicht so, dass auf jeden 
einzelnen Architekten eine Generation gerechnet wird. Ohersiphron und Metagenes 
füllen als Vater und Sohn jeder eine Generation, die beiden Andern zusammen 
zwei Generationen; aber, da sie nicht verwandt waren (denn Demetrios war ein 
Sklave der Artemis, Paeonios nicht), der Eine mehr, der Andere Weniger als eine 
Generation. Wenn Demetrios, von dem kein anderer Bau bekannt ist, 10 Olym- 
piaden, Paeonios 5 Olympiaden in Ephesus baute, so konnte der Letztere füglich 
in einem Alter von 40-50 Jahren nach Milet gehen. 
Die Vergrösserung des ephesisehen Tempels. 
„Die einfachen Consequenzen, die sich aus unsern spärlichen Quellen ziehen 
lassen," soll ich durch eine Reihe willkürlicher Annahmen verwirrt haben. 
Die erste bezieht sich auf die Vergrösserung, die B. zuerst Kstlg. 2, S. 347 
für einen Irrthum Strabos gehalten hatte. Später hat er sich entschlossen, den 
ungenannten Architekten mit mir Demetrios zu nennen, bestreitet aber den von 
mir (Skopas S. 251) eingefügten Zwisohensatz, "indem er die von Kroesos ge- 
schenkten Säulen verwandte." Jetzt wiederholt er diesen Widerspruch nicht und 
meint S. 584: „wenn das Geschenk etwa in den letzten Jahren seiner [Kroesos] 
„Regier1mg gemacht, der Bau aber bald nachher durch die persische Unterwerfung 
„unterbrochen wurde, so bleibt das Zeugniss Herodots durchaus unangefochten, auch 
„wenn die Säulen erst in irgend einer späteren Zeit zum Bau wirklich vollendet 
"wurden." Unsere Diüerenz beschränkt sich also auf die Zeit, wann die Säulen des 
Kroesos aufgerichtet wurden. Gearbeitet wurden sie vor Ol. 58, 3 (resp. 57, 4); 
dass sie auch nicht in den Steinbrüchen blieben, scheint Herodots Ausdruck oiva- 
Mumm (so heissen die goldenen Kühe in Ephesus und die Weihgesohenke anderer 
Tempel) zu besagen. 'Nach B. blieben sie also im Tempelbezirk bis nach den 
Perser-kriegen liegen, d. h. beiläufig 70 Jahre, nach meiner Vermuthung hatten 
die beiden ersten Baumeister zwei Generationen von Ol. 44-59 den Bau geleitet, 
der dritte Demetrios, also von O1. 59 an, ihn weiter geführt, und zu dem Zwecke 
jene Säulen benutzt.
        

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