Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Anfaenge der griechischen Kuenstlergeschichte
Person:
Urlichs, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427275
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427477
Der 
Neubau 
des 
Didymaeon. 
Was war also natürlicher, als dass die Milesier, sobald sie durch den Sieg bei 
Mykale in den Besitz des Bodens und durch ihren Antheil an der Beute zu bereitem 
Gelde gelangt waren, den Neubau unternahmen, besonders da sie durch den 
versprochenen Schutz der Athener, dem einige Jahre nachher der delische Bund 
folgte, vor den Angriffen der Perser sicher gestellt waren. Vor Oimons Zug waren 
also die Verhältnisse der Ionier längst consolidiert, wie hätte er sonst Karien und 
Lydien direct vom Norden aus angegriffen, wenn die Küste von Ionien nicht 
sicher gewesen Wäre? Ob die persische Flotte eine Offensive gegen Samos und 
Chios beabsichtigte, welcher Cimon zuvorkam, oder ob das phönicische Aufgebot 
erst durch Oimons Zug veranlasst wurde, lasse ich mit Niebuhr a. Gesch. 1, S. 430- 
unentschieden; meine Behauptung S. 23 war zu bestimmt. Aber B. hat Unrecht, 
wenn er die friedlichen Verhältnisse Ioniens erst durch die Schlacht am Eury- 
medon consolidiert glaubt. Ionien war nicht angegriffen und bedroht worden; erst 
der Zug Oimons konnte ihm, wenn er misslang, Gefahr bringen. 
Es steht also nichts im Wege, den Beginn des Neubaus als eine Frucht des 
Siege bei Mykale zu betrachten, wonach er natürlich so bald als möglich begonnen 
wurde. Allerdings ist dies nur eine Vermuthung, aber meines Erachtens eine sehr 
wahrscheinliche. 
Die 
Beendigung 
des 
ephesischen 
Tempels. 
B. urtheilt, dass seine Behauptung, Paeonios habe gleichzeitig für den ephe- 
sischen und den milesischen Tempel thätig sein können, von mir keineswegs wider- 
legt worden sei und beruft sich zu dem Ende auf Klenze und Gärtner, welche 
gleichzeitig an mehreren Orten bedeutende Bauten ausgeführt haben. Dabei hat 
er aber den grossen Unterschied zwischen alten und modernen Architekten ausser 
Acht gelassen. Letztere bekommen für ihre Arbeiten ein Honorar, für den Kosten- 
aufwand sind sie nicht haftbar. Im Alterthume herrscht durchgehende das Gesetz, 
dass der Baumeister das Werk übernimmt und mit seinem Vermögen dafür ein- 
steht, dass es zu dem bedungenen Preise tüchtig hergestellt wird. In Ephesus ins- 
besondere wurde der etwaige Mehrbetrag, wenn er ein Viertel des Anschlags über- 
stieg, aus dem verpfändeten Vermögen des Ergolabos bestritten. Vgl. Hermann, 
gr. Antiq. 3, g 69. Es lässt sich nicht annehmen, dass Paecnios öfter auf Gefahr 
seines Vermögens hin mehrtägige Reisen nach Milet, wo wahrscheinlich dieselben oder 
ähnliche Bestimmungen galten, rmternommen hätte. Auch hätte es kaum im 111- 
s,
        

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