Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Anfaenge der griechischen Kuenstlergeschichte
Person:
Urlichs, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427275
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427426
so wie die übrigen Tempel ausser dem ephesischen verbrannte. Das kann 
er der Localtradition nicht entnommen haben, die sich selbstverständlich auf das 
Local, nicht auf ganz Ionien erstreckte. Er hat es aus derselben Quelle, wonach 
Solinus, ohne den milesischen Tempel speciell zu nennen, erzählt, Xerxes habe alle 
asiatischen Tempel ausser dem ephesischen verbrannt. Folglich muss diese Quelle 
eine litterarische gewesen sein. Diese, habe ich vermuthet, sei Anaximenes von 
Lampsakos gewesen, weil ihn Strabo gleich darauf, allerdings für ein älteres Ereig- 
niss aus der Geschichte von Milet, citiert, und weil er, wie ich hinzufüge, für die 
Mutterstadt seiner Heimath sich besonders interessieren mochte. B. fügt noch das 
Oitat 13, 589 hinzu. Beweisen kann ich die Vermuthung nicht, aber aussprechen 
durfte ich sie wohl. 
Verschieden von dieser blos auf Strabo beruhenden Erzählung ist die Flucht 
der Branchiden und die damit verbundene Beraubung des Tempels. Diese erwälmt 
Strabo bei derBeschreibung von Milet nicht, B. scheint sein Gedäichtniss getäuscht; 
zu haben. Er spricht von ihr an zwei andern Stellen, jcdesmal unter Beifügung 
seines Gewährsmannes. 11, 517 ist zu lang, um sie ganz abzudrucken. Er fängt 
an mit den Worten xai. nepi. rodtz-iv o5 wi Beirats-ca 7täyousrv cE nepi afirfljiifxprruv und 
schliesst izapi. rorirou; 6': Tod; tönen; am). rrl 103": Bpayzröcrfv äozu oivelaiv, 03g EäQä-(f) 
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ispcsukiai) zu). 11)) npcöioigv. Das Prädioat isrcpoöor oder jwoi wird Öfters wieder- 
holt, das Subject wird ausgelassen, es ist meines Erachtens ui rrepi iOxrqczfzpnnv. 
Ich darf nicht verschweigen, (lass Geier, Alexandri script. p. 86 nur den Anfang 
unter die Fragmente des Onesikritos aufnimmt; vergleicht man jedoch das lange 
Excerpt 15, p. 714-16 mit dem unsrigen und die häuiigen Anführungen anderer 
Zeugnisse, so wird man mit Soldan Ztschr. f.  18451 Nr. 69 S. 572 die ganze 
in sich zusammenhängende Stelle demselben Gewährsmannc zuschreiben dürfen. 
Bei Kallisthenes vollends wird jeder Zweifel ausgeschlossen, da ihn Strabo 17, 814 
in demselben Satze, worin er von der Plünderung des Heiligthums durch die 
Branchiden redet, namentlich anführt. Ich hatte S. 20 auf Geiers Buch S. 298 
verwiesen; Br. wird daraus ersehen haben, dass weder Geier noch Westermann 
die evidente Bemerkung Soldans bezweifeln, Westermann ausdrücklich ausspricht, 
was auch ich behauptet habe: ,At hoc vehementer cum eo pugnat quod tmdit 
testis {ide dignissimus Herodotus 6, 19, Didymaeum iam a. 494. a Dario rege com- 
bustum atque compilatum esse; uec facile cuiquam persuaserit O. Muellerus (Kunst- 
hlatt 1821. nr. 16), tam exigiro temporis spatio bis factum esse u. s. w. Ich darf 
also wohl der Versicherung Brunns „Sicher stammt die Nachricht über dieses 
Factmn weder aus Kallisthenes, noch aus Onesikritos" gegenüber behaupten: sie 
stammt sicher entweder aus einem von beiden, oder wahrscheinlich aus beiden 
Schriftstellern.
        

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