Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1425433
Blickes. 
insbesondere 
Es fragt sich, worin diese besteht. Man kann nur sagen, man hat 
ein Gefühl, als müsse da hinten im Rachen etwas Drückendes weg.- 
oder ausgeputzt werden, und als sei dies wirklich geschehen, wenn 
man so recht gegähnt und die Luft so recht hinter der Zunge herum 
bis in alle Ecken des Rachens eingeschluckt hätte. Namentlich erstreckt 
sich ein ähnliches Gefühl der Befriedigung durch das Gähnen bis in 
die Gegend seitwärts vom Ohre an den Hals herunter oder hinter der 
Zunge unter den Mandeln.  
In dieser Gegend haben die Fische Spalten, welche wie der Mund 
von vorn, so von den Seiten 11er in die Kanäle hineinführen, durch 
die auch der Weg vom Maule in den Darmkanal geht, auf dem die 
Speisen verschlungen werden. Am Rande dieser Spalten liegen die 
Kiemen, die Organe, Welche bei den Fischen die Stelle der Lungen ver- 
treten. Sie athmen durch dieselben, aber nicht durch Eindringen der 
Luft, sondern durch Berührung mit durchströmendem Wasser. Man 
nennt daher diese Spalten die Kiemenspalteil. Die Anlage zur Bildung 
derselben Endet sich aber bei der Entwickelung im Mutterleibe auch 
a.11 den Wachsenden Körpern des Menschen, der Säugethiere und Vögel, 
bei denen sich doch keine Kiemen bilden. Die Spalten verschwinden 
dann mit der Zeit auch wieder. Dass sie aber doch einmal da Waren, 
wird 
im Sinne der Descendenztheorie bekanntlich als ein Zeichen davon 
aufgefasst, dass die Organismen, bei welchen dies der Fall ist, im Laufe 
nnermesslicher Zeiten. durch Abstammung und Umwandlung aus solchen 
entstanden sind, die wie die Fische Kiemen gehabt und durch Kiemen 
geathmet haben. Nun erhält sich also auch bei allen diesen späten 
Nachkommen die Anlage zur Bildung derselben mit Allem, was dazu 
gehören würde, obgleich sie nie mehr fertig werden und in Function 
treten. Es erhält sich auch Einiges von dem, was dazu gehört, (lauernd, 
z. B. die Nerven, welche sich an den Kiemenspalten und Kiemen 
bilden und welche, wenn dieselben in Function treten, nöthig sind, 
um diese zu reguliren. 
Wir können nun annehmen, wenn solche Neben- oder Hülfsorgane 
der Kiemenspalten und Kiemen, die sich bei Mensch und Thier nicht 
nur bilden, sondern auch erhalten, auch wo keine Kiemen entstehen 
und in Function treten, doch auch irgend eine Art von Function haben, 
und wie man solche überflüssig gebildete Organe in der Descendenz- 
theorie als rudimentäre bezeichnet, so kann man auch ihre Function
        

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