Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1425417
Blickes. 
des 
insbesondere 
stehen würde, wenn sie noch einen Zweck hätte. Man kann auch 
sagen: die Function wird noch geübt in der Erinnerung daran, 
dass sie vor Zeiten bei weitentfernten Vorfahren einmal einen Zweck 
gehabt hat. 
Diese Betrachtung passt nun ungezwungen auf den vorliegenden 
Fall der Bewegungen im Gebiete der Augenbrauen und der Stirnhaut 
mit ihr. Denn man kann sich im Sinne der Descendenztheorie leicht 
vorstellen, dass die Muskeln, durch welche diese Hautparthie um das 
Auge herum auseinander- oder zusammengezogen wird, ursprünglich 
einmal bei niederen Thieren, von denen wir abstammen, den Zweck 
gehabt haben werden, das Auge zu öffnen oder zu schliessen, wenn 
dieselben noch keine feinere Einrichtung zu demselben Zwecke hatten, 
wie wir in dem Apparat des auf und nieder beweglichen Augenlid- 
deckels. Nun haben wir diesen früheren, ich möchte sagen altmodischen 
Apparat zu diesem Zwecke noch an unserem Körper, wie man ein 
altes Hausgeräth nicht gleich fortwirft, wenn man ein neues angeschafft 
hat, welches demselben Zwecke besser entspricht, und wenn wir nun 
auch längst gelernt haben, die Augen mit Hülfe der Hebung und Senkung 
des Augenliddeckels auf- und zuzumachen, so können wir es immer noch 
nicht lassen, bei stärkerer Anstrengung in derselben Absicht auch die 
alten Muskeln, die unsere niederen Stammeltern dazu gebraucht haben, 
immer noch etwas mit dafür in Anspruch zu nehmen, wenn es auch 
gar nichts mehr hilft. S0 erklärt sich zunächst die Gewohnheit, die 
Brauen bei gesteigerter Aufmerksamkeit auf etwas, das wir sehen oder 
sehen wollen, in die Höhe, dagegen bei Blendung durch zu viel Licht 
zusammenzuziehen. Und daran schlängelt sich dann auch leicht in 
der langjährigen Uebung einer an sich zwecklosen Gewohnheit, die als 
solche auch nicht mehr durch die Controle des erreichten Zweckes 
geregelt wird, nach und nach allerlei mehr oder weniger Reagiren 
auch auf andere mehr oder weniger verwandte innere Anstösse, Wie 
z. B. gespannter Aufmerksamkeit jeder Art auch auf Dinge, die man hört, 
oder Concentration auf Dinge, an die man denkt, als unwillkürliche 
Mitverwendung an. Auf dergleichen lassen sich aber am Ende alle 
möglichen Stimmungen oder inneren Zustände zurückführen, welche 
bei verschiedenen Menschen in verschiedenen Arten von Stirnrunzeln 
ihren Ausdruck Enden 
zurückführön lassen. 
und 
sich 
gar 
nicht 
alle 
auf eine 
feste 
Ursache
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.