Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1425308
Gesichtes, 
Ausdruck des 
Der 
Halse zur Seite drehen. Im ganzen übrigen Rückgrat findet keine 
beträchtliche Drehung in diesem Sinne statt, sondern nur eine Biegung. 
Wenn wir z. B. ruhig auf einem Stuhle sitzend uns mit mehr als 
nur dem Kopfe merklich nach links oder rechts hin umdrehen und 
also umsehen wollen, müssen wir uns schon mit der einen Hüfte vor-, 
mit der anderen rückwärts auf dem Sitze herumrücken, ebenso zu 
Pferdei). Es geschieht aber leicht und oft, wenn wir uns im Stehen 
und Gehen seitwärts umsehen, dass wir nun mit den Füssen die eine 
Hüfte vor-, die andere rückwärts bewegen und dadurch den Ober- 
körper seitwärts drehen. Der Mensch steht bekanntlich factisch in der 
Regel nur auf einem Beine, wenn auch beide Füsse am Boden auf- 
stehen. Denn die Last des Körpers stützt sich nur auf die eine 
Hüfte und mit dem an dieser ansitzenden Beine und Fusse auf 
den 
Boden. 
Das 
andere 
aber steht 
am Boden 
nur leicht daneben auch 
auf, daher der Name des Stand- und Spielbeines, Welches die Künstler 
in der Regel an jeder Statue unterscheiden, und dies kommt (laher, 
dass das Stehen doch eigentlich immer nur eine Pause zwischen dem 
Gehen vor und nachher ist, bei welchem die Last des Körpers be- 
ständig von Schritt zu Schritt abwechselnd von beiden Beinen ge- 
stützt wird. Nun bewegt man den Oberkörper im Stehen in der 
Art zur Seite, dass er auf der Hüfte des Standbeines herumgedreht 
wird, und die andere Hüfte und mit ihr das Spielbein dreht sich mit 
herum. Und zwar dreht man sich auf dem linken Standbein nur 
nach rechts, auf dem rechten nur nach links herum, d. h. also immer 
so, dass die Hüfte des Spielbeines sich rückwärts dreht und meist 
auch der Fuss desselben einen kleinen Schritt zurück macht, aber 
niemals vorwärts, wobei er quer vor den des Standbeines zu stehen 
kommen würde. Dies hat seine Gründe in der Anatomie der Muskeln 
und der Mechanik des Gehens, auf die ich hier nicht Weiter eingehen 
kann; es ist einmal so. Daraus folgt dann aber, (lass wenn man sich 
z. B. nach links umsehen und den Oberkörper auch so herum- 
drehen will, aber zufällig zuvor auf dem linken Beine ruht, dass man 
dies zuerst andern, die Last des Körpers vom linken auf das rechte 
Bein übertragen muss, um sich auf der rechten Hüfte nach links drehen 
i) Es sieht sehr ungeschickt aus, wenn 
ohne sich auch im Sattel herumzurücken. 
eine Reiterstatue 
seitwärts 
blickt,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.