Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1425126
Gesichtes, 
Der Ausdruck des 
sind die so unnennbaren Licht- und Strahlenwirkungen der Oberiiache 
des Auges, d. h. des Augapfels. Nicht nur die Phantasie der Dichter 
und verliebten Jünglinge ergeht sich in schwärmerischer Entzückung 
über die Wunderbare Wirkung der Strahlen, die aus schönen Augen 
hervorblitzen. Nicht nur in einem überspannten Buche, wie Carus, 
Symbolik der menschlichen Gestalt, wird die „tiefsinnige Symbolik" 
des Auges darauf zurückgeführt, "dass diejenige nervös-magnetische 
blitzahnliche Wirkung, welche vom menschlichen Auge ausgehen kann, 
und welche wir mit dem Namen des Blickes bezeichnen, stets und 
hauptsächlich von seiner Nervenkraft bedingt wird", und dies dann 
näher dahin erläutert, dass „nur durch die ganz reine, weit mehr als 
gläserne Durchsichtigkeit der vorderen Augengebilde und durch den 
richtigen Grad ihrer Anfeuchtung das geheimnissvolle Hindurchwirken 
der Innervations-Strahlung, aus dem tiefen Grunde des Auges hervor- 
dringend und von seiner Nervenhaut unmittelbar ausgehend, möglich 
wird, welche dann die eigene magnetische Wirkung des Augenstrahles 
bedingt." Sondern auch Männer der Wissenschaft verschmähen es 
nicht, von der Feuehtheit und von dem innern Drucke im Auge die 
Grade des Glanzes seiner Oberfläche herzuleitcn, die den Ausdruck 
desselben bedingen helfen sollen. Heule i) meint, „v0n der Weite der 
Gefässe des Auges hänge die Turgescenz, die Spannung und damit 
der Glanz des Augapfels ab" u. s. W., und "darum und wegen der 
dem Denkorgan benachbarten Lage der Augennerven" sollen wir 
"an den Modiiicationen des Blickes ein so empfindliches Maass für die 
Höhe geistiger Erregungibesitzen." Und Piderit behandelt dies Thema 
von der Feuchtigkeit, dem Druck im Auge und seinem Glanz in 
mehreren Kapiteln. Nun ist aber jedenfalls nicht einzusehen und 
ebenso wenig nachzuweisen, wie alles dies zu dem geistigen Ausdruck 
des Blickes wirken soll. 
Die 
Wissenschaft 
kennt 
und 
unterscheidet 
als 
Bestandtheile 
der 
Glanzwirkung, die wir an jedem gesunden Auge sehen, Spiegelbilder 
äusserer Gegenstände in der glatten Vorderiiäche der durchsichtigen 
Haut vor dem Nerv des Auges und bei genauerer Beobachtung auch 
noch an den beiden Oberflächen der hinter ihr liegenden Linse im 
Auge. Ihre Gestalt wird benutzt, um durch, feine Berechnungen zur Be- 
 Anthropologische Vorträge, 
Heft,
        

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