Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424942
Menschen 
aufrechte Haltung des 
Die 
noch vordere Oeffnung des Beckens mit dem an sie anstossenden Stück 
Wirbelsäule noch gerade vorwärts gerichtet bleibt wie hier bei A auf 
Seite 21. Dies brauchte nur annähernd so zu bleiben, wenn hernach die 
Aufrichtung des ganzens Körpers auf zwei Füssen gelungen ist, und 
Becken und Rückgrat wären von vornherein möglichst günstig gestellt 
für einen ausgreitenden Schritt. Es bleibt aber vorläufig nicht so, 
sondern das aufgerichtete Rückgrat biegt sich in Folge der Belastung 
von oben zunächst wieder nach vorn, das Becken stellt sich wieder 
wie im Sitzen gerade aufwärts, und die Oberschenkel können sich 
von ihm abwärts noch nicht nach hinten stellen, ja noch nicht einmal 
vollkommen senkrecht wie hier bei B. Sie bilden mit dem unteren Ende 
des Rumpfes noch wie beim vierfüssigen Gange einen nach der Bauch- 
seite hingebogenen Winkel. Es ist also kein rechter Schritt mit von 
hinten nachstemmendem Beine möglich,  nicht einmal ein ordentliches 
Stehen mit vollkommen gestreckten Beinen. Man findet denn auch 
die Wirbelsäule bei unveränderter Lage und Haltung im Körper des 
einjährigen Kindes fast ohne alle beständigen Biegungen; aber sie ist 
im Ganzen noch sehr biegsam. 
Ein russischer Geburtshelfer, Babuchin, hat uns auf der Natur- 
forscherversammlung in Rostock sehr anschaulich an Präparaten von 
mitten durchschnittenen Leichen kleiner Kinder vordemonstrirt, wie es 
nun weiter gehen muss. Ist die Wirbelsäule zu dieser Zeit von Natur 
fast ganz gerade, und bildet der Oberschenkel in seiner Verbindung 
mit dem Becken mit der Wirbelsäule einen nach vorn gebogenen 
Winkel, der durch Biegung verstärkt, aber durch Streckung nicht ganz 
gestreckt wird, so kann der Oberschenkel nicht gerade aufrecht stehen 
oder gar nach hinten, ohne dass das Becken mit der Wirbelsäule sich 
nach vorn umlegt. Soll letztere dabei doch mit ihrem oberen Ende 
aufrecht bleiben, so muss sich ihr unteres Ende nach hinten biegen, 
und so entsteht eben mit der vollkommenen Ausbildung des Stehens 
und Gehens die Gestalt des Rückgrates, wie wir sie früher besprochen 
haben. Wenn man am oberen Ende die mit dem unteren iixirte 
Säule nach hinten biegt, so entsteht fast geradezu die Gestalt wie 
beim Erwachsenen, und wird nun bei dem mit ihr fortschreitenden 
Wachsthum der Wirbelknochen und Zwischenscheiben mehr oder 
weniger bleibend ausgebildet. 
die Haltung des Rückgrates, die 
So 
zur 
entsteht also 
Aufrechtstellung 
beim 
ihres 
Kinde 
oberen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.