Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424915
und 
Stehen 
Gehen. 
als wenn man den Sack schlägt und den Esel meint. Denn dazu, 
dass das Vorgesetzte Bein im Knie geradegestreckt werden soll, liegt 
gar kein vernünftiger Grund vor, da es beim kräftigsten Ausschreiten 
auch nicht geschieht, ebensowenig dazu, dass es beim sogenannten 
Parademarsch erst ganz vorgestreckt wird, bevor es auf den Boden 
tritt. Aber auf die Haltung des anderen Beines kommt es an, welches 
noch zurück ist; das hintere, wollen wir es einmal für den Augenblick 
nennen. Dieses hat sich, bevor das vordere aufgetreten ist, mög- 
lichst geradestrecken müssen, um so den Abstand von da, wo es 
Die Drillung 
Rekruten (Erklärung im Text). 
noch aufgestanden hat, bis dahin, wo das andere wieder aufgesetzt 
ist, mit einem Worte: den Schritt möglichst gross herauszubringen. 
Und dazu wieder war ,'wie wir aus unserer früheren Zergliederung 
wissen, nöthig, dass sich das Becken vornüberneigte, die Wirbelsäule 
aber über ihm zurückbog. Dies macht als ungewohnte Anstrengung 
Vielen die meiste Mühe und wird eben erst durch das steife Verweilen 
in der Schrittstellung forcirt. 
Ist dies glücklich gelungen, nimmt sodann das Marschiren seinen 
Fortgang von Schritt zu Schritt und endlich im vollen Zuge auf eine 
grosse Strecke, so muss und wird sich immer wieder das Vorgesetzte 
Bein einknicken, da es ein ganz unnützes Auf- und Abheben des 
Oberkörpers wäre, wenn jedesmal das Bein, welches ihn "am Ende 
eines Schrittes wieder unterstützt, unter ihm ganz gerade aufgestellt 
Würde, um ihn im nächsten Augenblicke wieder vorwärts herabfallen 
211
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.