Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424880
aufrechte Haltung des Menschen 
Die 
andere Bein den Oberkörper aufnehmen; beide bleiben immer im Knie 
etwas gebogen, wie dies auf Seite 13 bei B dargestellt ist. Es leuchtet zu- 
gleich ein, dass man auf diese Art mit einem Schritte nicht so weit kommt, 
wie auf die erste, weil. die Entfernung von da, wo das nachstemmende 
Bein den Boden noch berührt, bis da, WO das andere ihn wieder be- 
rühren muss, kleiner ausfällt. Aber es geht auch so vorwärts, wenn 
man immer ein Bein vor das andere setzt. 
Es giebt also auch zwei Typen der Bewegung beim Gehen, wie 
der Haltung beim Stehen, zwischen denen die Gewohnheiten der 
Menschen durch allerlei Zwischenstufen variiren; und wir erhalten 
auch hier, wenn wir sie im Leben auftreten sehen, sofort den Eindruck, 
dass sich in der einen der bequemere, in der andern derangestrengtere 
Gebrauch der Organe ausdrückt. Wenn wir analysiren, so bestätigt 
sich der Eindruck, dass bei dem stärkeren Ausstrecken des ganzen 
Beines und dem weiter ausgreifenden Schritte, wie sie bei A dar- 
gestellt sind, mehr Arbeit geleistet wird, als bei der Art des Weiter- 
schiebens, wobei das Bein eingeknickt bleibt und der Schritt dann 
auch kürzer ausfällt, wie sich dies bei B zeigt, und dass diese beiden 
Typen mit denen des Gehens bei A u. B auf Seite 12 zu vergleichen 
sind. Es ist nur der Unterschied, dass hier beim Gehen mit dem 
angestrengteren Verfahren auch wirklich mehr Erfolg erreicht wird. 
Wie nun diese Typen des mehr oder weniger kräftigen Ganges mit 
denen der strammeren oder laxeren Haltung des Rückgrats zusammen 
stimmen, so werden sie auch im Leben mit einander combinirt, wie sich 
dies auf Seite 13 auch darstellt. BeiA tragen die stark ausgreifenden Beine 
ein Becken und Rückgrat, die wie bei A auf Seite 12 stark, das letztere 
zurückgebogen, das erstere vornüber geneigt sind; bei B steht wie 
bei B auf Seite 12 ein wenig rückwärts geknicktes Rückgrat auf einem 
ebensowenig vornüber geneigten Becken und wird von den Beinen 
getragen, von denen das zurückstehende in geknickter Gestalt mehr 
nachschleppt als nachstemmt. So passt es Alles zusammen; aber nicht 
nur um dieser Harmonie willen ist es im Bilde so combinirt, 
sondern weil diese Combinationen im Leben immer wiederkehren. 
"Möglich wären ja auch andere, wenn wir es künstlich darauf ablegen; 
aber es fällt uns niemals ein. Möglich wäre es, dass Jemand sich im 
Rückgrat so stramm zu halten pflegte, wie bei A, und dass es ihm 
doch einmal einfiele, einen so kniekbeinig schleppenden Gang anzu-
        

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