Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424866
Haltung 
aufrechte 
Die 
des Menschen 
herige Unterstützung durch die Füsse und schwebt für den Augen- 
blick frei in der Luft. S0 kann er nun natürlich nicht lange in der 
Schwebe bleiben, und damit er nicht schnell noch mehr und am 
Ende zu Boden fallt, wird gleichzeitig der eine der beiden 
Füsse vom Boden aufgehoben und mindestens ebenso schnell, meist aber 
etwas weiter vorgesetzt, als der Oberkörper vorwärts fällt, sodass 
er rechtzeitig am Platze ist, um wieder auf den Boden aufzutreten und 
den vorwärts gefallenen Oberkörper von Neuem zu unterstützen. Ist 
er nicht rechtzeitig am Platze, ist er z. B. unterwegs an einem Hinder- 
niss angcstossen, so stolpert man, d. h. man fällt in der That zu Boden. 
Der andere Fuss hat freilich unterdessen noch auf dem Boden auf- 
gestanden und den Oberkörper gewissermassen noch immer unter- 
stützt, nur nicht so, dal's er in dieser Unterstützung noch wieder hatte 
anhalten oder zur Ruhe kommen können, weil seine Last sich schon 
nicht mehr gerade über dem Fusse befand und also unaufhaltsam 
weiter nach vorn fallen musste, wenn sie nicht hier eine neue Unter- 
stützung fand. Immer aber stemmte sich das noch auf den Boden aufge- 
setzte Bein der nach vorn fallenden Last des Oberkörpers noch in der 
Art von hinten nach, dass es dadurch theils die Vorwärtsbewegung 
noch befördern, theils ein zu tiefes Herabfallen der Last verhinderte. 
Er muss aber um so tiefer her-abfallen, je weiter er auch vorgefallen 
ist, je grösser also der erste Schritt bis zu dem Momente, wenn der 
Vorgesetzte Fuss wieder aufgesetzt wird und die Unterstützung der Last 
übernimmt. Damit er dies kann, muss sich das Bein bis zum Momente 
des Wiederaufsetzens so viel gebeugt haben, dass es in seiner dadurch 
veränderten Länge zwischen Fuss und Hüfte vom Boden eben bis zu 
der Höhe hinaufreicht, bis zu welcher die Hüfte als unteres Ende des 
Oberkörpers herabgefallen ist. Hört das Gehen mit dem ersten Schritte 
wieder auf, weil man gleich wieder stehen bleiben will, so streckt sich 
das Bein, das die Last aufgefangen hat, unter derselben wieder aus, Wird 
damit so lang als möglich und hebt die Last wieder auf ihre frühere 
Höhe.  
Folgt nun aber dem ersten Schritte ein zweiter und so weiter 
mehrere, so ist diese Wiedererhebung unnöthig. Der Oberkörper wird 
nun freilich von Neuem vorwärts fallen gelassen, aber nicht mehr weiter 
abwärts. Denn während er vorwärts fällt, streckt sich das Bein, das 
ihn in gebeugter Gestalt unterstützt hat, gleichzeitig Wieder aus und
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.