Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427193
auf dem 
"deutschen 
Theater" 
Berlin. 
Damit 
sich 
dies 
nun 
darstellt 
als 
erträglich 
Für unser feineres sittliches Empfinden, 
Dazu gehört natürlich, dass wir kläglich 
Sich Claudio seh'n in Schmerz und Reue 
winden, 
Dass 
wir 
ihn 
herzlich 
erst 
bedauern 
können, 
Wie 
allen 
Reiz 
fü 1' 
ihn 
verlor 
das 
Leben, 
wir ihm sodann auch herzlich gönnen, 
Hero nun ihm wieder wird gegeben. 
Damit 
Wenn 
Und stellenweise ist auf seine Stimmung 
Auch schon von Shakespeare deutlich hingezeigt. 
So, wenn der Ritter ohne viel Ergrimmung 
Zu Benedicts Beleidigungen schweigt. 
Statt dessen stellte dieser Claudio 
Beständig sich wie ganz gelassen an, 
Benahm sich bis zur letzten Lösung so, 
Als Wal" für ihn die Sache abgethan. 
Er hat  nirgends etwas auszusprechen, 
Wodurch er sein zerschlagenes Herz gesteht. 
Wie s0llt' er sich den Kopf darum zerbrechen 
Noch mehr zu spielen, als im Buche steht, 
Sich auch einmal die Frage vorzulegen, 
Was Shakespeare sonst von Olaudio gedacht hat, 
Wenn er auf künstlicher Verwicklung Wegen 
Ihn endlich noch zum Glücklichsten gemacht hat, 
Was doch dazu gehört bei Claudio, 
Damit er diese Lösung kann verdienen, 
Und dass der Künstler dazu da ist, so 
Zu spielen, dass wir's seh'n an seinen Mienen. 
Durch solchen Gegensatz ermessen wir 
Erst recht den ungeheuern Unterschied, 
Wie auf der Bühne hier im König Lear 
Zum Ganzen half und wirkte jedes Glied, 
Wie da im Spiel und Leben des Theaters 
Durch der Geschicke schreckliche Verwirrung 
Das Bild des unglückseligen alten Vaters 
Verständlich ward durch Ünverstand und Irrung, 
Und wie Cordeliens reines Lebensbild
        

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