Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427188
von Shakespeare 
Cordelia 
Und, wenn ich nach so viel gerechtem 
Doch einmal etwas auch moniren soll, 
Lobe 
S0 möchf ich meinen (für die nächste Probe), 
Das Mass der Tragik wäre auch schon voll, 
Wenn Lear nach so viel überstandhien Kämpfen; 
Die man im Leben ihn umtoben sah, 
Den Geist aushauchte unter Weniger Krämpfen, 
Als auf der Bühne diesmal es geschah. 
Wenn er die Leiche kurz vorher noch trug 
Und dann sich in den letzten Agonien 
Noch mit dem Kopfe rückwärts überschlug 
Gegen uns her quer über ihren Knien, 
S0 wirkte das als grosses Schlusstableau, 
Wenn Alles fertig war, gewiss recht plastisch; 
Doch wie es erst geschah und wurde, so, 
Muss ich gestehen, Fand ich es zu drastisch. 
Doch die Kritik soll schweigen vor dem Vielen, 
Das hier geboten und geleistet ist, 
Wodurch das Werk des Dichters uns im Spielen 
Zugleich verkörpert und durehgeistet ist. 
Man muss nur denken, um recht zu vergleichen, 
Wie ganz unglaublich noch an andern Orten 
Es möglich ist, den Zweck nicht zu erreichen 
Durch Nichtshinzuthun zu des Dichters Wlorten. 
Da sah ich erst im Schauspielhause Einen 
Den Claudio spielen in: "Viel Lärm um Nichts." 
Es sollte wirklich fast unmöglich scheinen 
Den Sinn so zu verfehlen des Gedichts. 
Die siisse Hero wird infam verdächtigt 
Und ihre Schuld scheint offenbar und gross. 
Die Lüge hat sich Olaudios benlächtigt. 
Er sagt sich bei der Trauung von ihr los. 
Für todt vor Schrecken giebt man Hero aus. 
Das Stück nimmt ruhig Weiter seinen Lauf. 
Doch ihre Unschuld stellt sich bald heraus, 
Und 
endlich 
löst 
sich 
alles 
glücklich 
auf.
        

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