Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427179
auf dem 
Theater" 
"deutschen 
Berlin. 
Er tritt herein. Er trägt auf seinen Armen 
Die kaum entseelte, liebliche Gestalt. 
Fürwahr es ist ein Anblick zum Erbarmen, 
Von letzter, markerschütternder Gewalt. 
Und doch, das Grösste ist nun schon geschehen, 
Es bleibt nur hoch ein Hackerndes Verschwinnnen 
Des letzten Restes Leben, den wir sehen 
In des gebrochenen Mannes Augen glimmen. 
Sein letztes, klares, deutliches Erinnern 
Muss noch ein Nachklang von der Tochter sein, 
Der ihm wie gegenwärtig tönt im Innern. 
Denn "ihrer Stimme Ton War sanft und fein". 
Er lauert noch auf einen letzten Hauch. 
Umsonst. 
Cordelia 
hat 
bereits 
vollendet ; 
Und neben ihrer Leiche geht es auch 
Mit ihm zur Neige, bis er still verendet. 
Es kommt sonst kaum noch vor nach meiner 
Schätzung, 
Dass Shakespeare einen Menschen sterben lässt, 
Ohne dass eine Krankheit und Verletzung 
Vorliegt, 
Wie aus 
clie seinem 
Historiker- 
Leben giebt den Rest, 
und Dichterlnunde 
Man sonst oft hören kann von einem Mann, 
Er scheide aus dem Leben ohne Wunde, 
Weil er es just nicht mehr ertragen kann. 
Wenn jemals dies einleuehtet als begreiflich, 
S0 ist es sicherlich bei Shakespeare hier, 
Bei einem Manne, der so überreiflich 
Das Leben ausgelitten hat wie Lear. 
Was endlich dann in seinem Körper vorgeht, 
Wenn er zum letztenmal nach Athem ringt, 
Die Seele einfach aus des Lebens Thor geht, 
Fragt man nicht mehr, wenn er zusamrnensinkt. 
Man stimmt nur ein mit seinem treuen Kent, 
Wenn 
Andre 
sich 
mit 
Beistand 
noch 
befassen, 
Der 
die 
nicht 
seine 
Wahren 
Freunde 
nennt, 
Die 
ihn 
nicht 
ruhig 
wollen 
sterben 
lassen.
        

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