Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427140
Cordelia 
von Shakespeare 
Ist ganz beglückt, der alte Grobian. 
Nun kommt der Arzt Cordelia zu sagen, 
Der alte König habe lang und gut 
Geschlafen, und man dürfe nun ihn 
wagen 
Zu wecken und zu sehen, wie es thut. 
Es wird im Zelt ein Vorhang aufgethan. 
Dazu erschallt Musik in sanften Tönen, 
Den ruhig schlafend ausgestreckten Mann 
Allmählig mit dem Leben zu versöhnen. 
Und nun beginnt ein Wunderbares Spiel, 
Das lange, lange uns in Athem hält. 
Die Spannung auf ein bang ersehntes Ziel 
Durchweht wie Geisterhauch das ganze Zelt. 
Cordelia, wie sie den gebrochenen Greis 
Da liegen sieht, kann sich zuerst nicht fassen. 
Es überläuft sie kalt und siedend heiss, 
Wie man ihn hat so ganz verkommen lassen. 
Und heftig bricht sie aus in lautem Grimme 
Ueber der Schwestern herzlos sehnödes Thun; 
Doch bald versagt der Zorn ihr und die 
Denn nach und nach erwacht der König 
Stimme. 
nun. 
Da, steht sie vor ihm athemlos gespannt, 
S0 dass sie weder etwas thut noch spricht; 
Und dabei steht sie von uns abgewandt. 
Wir 
sehen 
weder 
Hände 
noch 
Gesicht 
Und fühlen doch die innerste Erregung, 
Die jetzt ihr tiefstes Wesen ganz durchzittert, 
Und sind, wie von der heftigsten Bewegung, 
Von diesem Bilde durch und durch erschüttert. 
Und wie er nun vom 
Um fest und aufrecht 
Lager sich erhebt, 
vor sie hinzustehen, 
Wie sich allmählig sein Gesicht belebt, 
Da will vorvAngst und Hoffnung sie vergehen. 
Allmählig immer mehr _wird er sich klar, 
Besinnt er sich auf das, was ihn umgielat, 
Nimmt immer deutlicher der Tochter wahr, 
Die 
verstossen 
und 
sehr 
geliebt,
        

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