Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427095
auf dem 
"deutschen 
Theater" 
Berlin. 
Ist, dass Cordelia ihn zuvor schon liebt. 
Sie sagt kein Wort; doch herrlich ist zu sehen, 
Wie ein Gefühl, das lang" in sich verschlossen, 
Hervor auf einmal frisch und freudig bricht. 
Denn 
wie 
VOII 
holdem 
Frühroth 
tibergossen, 
Erleuchtet 
nun 
einmal 
auf 
ihr 
Gesicht 
Und frei von jedem Zwange edler Triebe, 
Nach jähem Schreck in voller Jugendlust, 
Fällt sie mit unverhohPner starker Liebe 
Dem 
hochwillkommenen 
Frei er 
die 
Brust. 
Was aber steht geschrieben, kann man fragen, 
Von dem bei Shakespeare, was hier vor sich geht? 
Im Texte steht es nicht; doch muss ich sagen: 
Ich finde, dass es sich von selbst versteht. 
Denn ohne solch ein junges Liehesglüclä, 
Das hier erscheint so stumm und doch beweglich, 
Wäre 
VOI] 
VOTII 
herein 
das 
ganze 
Stück 
In seiner Motivirung unerträglich. 
Wenn Eltern greisenhaft und kindisch werden, 
Die treulich für ihr Kind bisher gewacht, 
Versinkt die erste Seligkeit auf Erden, 
Der Kindheit ungetrübtes Güek in Nacht. 
Dann muss in neuer, ungeahnter Wonne 
Aufgelfn des Lebens voller, heller Tag, 
Bestrahlt von einer neuen, gioldnen Sonne, 
Und 
T1111" 
die 
Liebe 
die 
das 
vermag. 
Cordelia hat kummervoll gepresst 
Ertragen, wie ihr Vater sich verwandelt. 
Jetzt steht sie stolz auf ihrem Glück und 
fest. 
Es rührt sie nicht mehr, wie er sie mishandelt. 
Und 0b er förmlich sie zum Haus hinausdrüelat, 
Als wäre die Enterbung nicht genug; 
Wir fühlen doch mit ihr, was Goethe ausdrückt: 
"Es (wbt der Eltern Segen, nicht ihr Fluch." 
S0 sehn wir denn Cordelia ruhig scheiden, 
Vereint mit ihrem Gatten hochbeglückt, 
Wenn auch den heuchlerischen Schwestern 
beiden
        

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