Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427038
auf 
dem 
"deutschen 
Theater" 
Berlin. 
Und zu einander passen so vereint, 
So muss ich sagen, kann ich das nicht 
Wort und Geberde ist stets zweierlei 
finden. 
Und mit einander thunlichst nicht zu mengen. 
Die klare schlichte Rede bleibe frei 
Von heisrer Wut und ängstlichem Beengen. 
Der Schrecken aber und die frohe Lust, 
Der Hass, die Liebe und das YViedersehen 
Entladen sich aus eingepresster Brust, 
Sodass wir ohne Worte sie verstehen. 
Und wenn man streiten kann, 0b diese Meinung 
Als Sinn in Shakespeares Wmft ist zu errathen, 
S0 tritt sie doch lebendig in Erscheinung, 
Sowie man ihn studirt in seinen Thaten. 
Wie Shakespeare aufgeführt wird, ist noch immer 
Der beste Massstab dessen, wie gespielt wird, 
WVeil es in seinen Werken nicht der Schimmer 
Der Rede ist, wodurch der Zweck erzielt wird. 
Mit schönen Reden ist es  nicht schwer, 
Des Hörers Dank und Beifall zu erwerben. 
Man sagt des Dichters Worte einfach her 
Und darf sie durch Geschrei nur nicht verderben. 
Das Spiel, das in die Pausen zwischeneinfallt. 
lst aus des Buches Text nicht zu ersehen, 
Und kein Souffleur giebt an, wo es hineinfällt. 
Dies muss man zu ergänzen selbst verstehen. 
Das ist die Handlung selbst und das Empfinden 
Der Menschheit, die sich liebt und sich befehdet, 
Der Herzen, die sich trennen oder finden. 
Im wahren Drama wird nicht viel geredet. 
Gesprochen wird, verständig und zur Sache, 
Von dem, Was vorliegt und was soll geschehen, 
Und ohne Seufzen, Flennen oder Lache, 
Vor Allem so, dass man es kann verstehen. 
Greberden aber, die in voller Kraft 
Die innerste Bewegung sichtbar zeigen,
        

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