Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1427022
Cordelia von 
Shakespeare 
Des Mimen eine YVarnung beigebracht: 
"Eewerden der Bewegungen zu viele, 
"Jedoch zu unbedeutende gemacht." 
Und Würde auch nur diese eine Wahrheit 
Verstanden und beherzigt allgemein, 
Es würde für der Bühne Stil und Klarheit 
Bereits ein ungeheurer Fortschritt sein. 
Doch Goethe, hör ich Jemand hier bemerken, 
Der grosse Dichter, der Minister war 
Und neben allen seinen grossen Werken 
Der Bühne vorgestanden manches Jahr, 
Hat ja bekanntlich über Schauspielkunst 
Auch eine kleine Anleitung geschrieben. 
Jedoch, ich muss cs sagen mit Vergunst: 
Hier ist der grossc Mann recht klein geblieben. 
Er lehrt nur solche kleinen Kniffe, wie man 
Bald diese Hand bewegt, bald jenen Fuss. 
Er giebt sogar auch solche Regeln, die man 
Geradezu als falsch bezeichnen muss. 
Er spricht z. B. aus, bestimmt und scharf, 
Dass jedesmal das Gestenspiel der Hände 
Erst dann zur Ruhe wieder kommen darf; 
Wenn auch zugleich die Rede geht zu Ende. 
Wogegen doch gewiss kein Mensch im Leben, 
'Wenn er im Reden ruhig sich verbreitet, 
Dieselben, um den Eindruck mehr zu heben, 
Beständig mit der Hände Spiel begleitet. 
Dies eben ist der Fehler, wie mir scheint, 
Dies unablässige die Hand bewegen, 
Den Shakespeare tadeln will, wenn Hamlet meint: 
Man soll die Luft nicht mit der Hand zersägen. 
Auch Shakespeare selbst hat an demselben Orte 
Den Mimen weise Lehren hinterlassen. 
Er lehrt sie die Geberdevstets dem Worte, 
Das WOTt auch der Geberde anzupassen. 
Doch wenn man daraus sehliesst, es sei gemeint, 
Die beiden müssten stets sich eng verbinden
        

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