Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1426824
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Allah 
nnie 
Tragi 
Seenen im Vorspiele sind nur vorgreifende Ansätze zu dem, was in 
der Tragödie oft ganz ähnlich wieder aufgenommen und erst ent- 
scheidend wird, wie Wallensteims immer noch nicht ganz deiinitive 
Anstalten zum Verrath, und Oktavids ebenso nur eventuelle Gegen- 
anstalten. 
Dafür 
werden 
wir 
aber 
hier 
erst 
mehr 
Ruhe 
mit 
(len 
Umständen und Personen bekannt gemacht, die in der Tragödie in 
verhängnissvollen Conßikt kommen sollen. Besonders die edelsten 
Gestalten, die unser Gefühl in der wenig zinsprechenden Action des 
Verraths und der Verurtheiluiig eines rebellischen Generals durch 
ihre Liebe zu ihm für ihn selbst erwärlnen sollen, werden uns hier 
im 
Voraus noch 
der 
reinen 
Sicherheit 
ihres 
edlen Bewusstseins 
zeigt, über die erst allmählich der Schatten {bevorstehender Kämpfe 
geworfen wird. Der Kürassier kann noch als braver Soldat für den 
gewaltigen Kriegsherrn schwärmen. Max Piccolomini kann noch den 
seligen Traum der Liebe träumen und in der heiligen Stille der 
Kirche vor dem Bilde der Mutter Gottes die reinste Andacht finden. 
Und so kommt der eigentliche Anfang der verhängnissvollen Ver- 
wickelnng am Ende wieder in (las Hauptstück, (las demnach voll- 
kommen Anfang, Mitte nnd Schluss hat, also auch allein von der 
Bühne als Ganzes Wirkt. 
Der 
erste 
Akt 
bezeichnet 
rasch 
die 
Stimmung 
mit 
der 
kurzen 
Scene, in der Wallenstein sich, mit Seni nach den Sternen sehend, 
einer bevorstehenden grossen Entscheidung begeistern lässt: 
träumen, 
Nicht Zeit isfs mehr zu sinnnn und zu 
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"Denn Jupiter, der Glänzende, regiert." 
Dann folgt sogleich die dringende Veranlassung einer aiufregenrlen 
Verwiekelung, die zu baldigem Handeln treiben muss, mit der Nach- 
richt von der Gefangennehmung des Sesina, der schon lange im 
Namen Wallenstein's mit den Feinden seines Kaisers insgeheim unter- 
handelt hat. Es ist für ihn ein grosser Schrecken, so plötzlich das, 
was er eingeleitet hat, ohne sich selbst recht klar zu machen, 0b er 
es im Ernste will, als unleugbar geschehen zu erblicken. Hier greift 
auch kurz und bündig das Ergebniss der beiden ersten Stücke in 
Gestalt von zwei Stücken Papier direet 1nit in die Situation ein. Es 
ist die den Generalen abgewonncne Plrklarung für Wallenstein, der 
nur die Unterschrift des, wie er glaubt, zuverläsrsigsten Anhängers 
Max, fehlt, und die dem kaiserlichen Befehle entgegenstrebende Bitt-
        

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