Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1425953
Vergleich mit 
der Antike. 
123 
ab er 
3.115 
der 
einen 
das 
träumerische 
Abbild 
des 
Erwachens 
zum 
Leben, aus der andern dies Genrebildchen gemacht. 
S0 wären alle seine Menschen gleichsam wie der erste Mensch 
auf jenem seinem herrlichen Bilde zuerst nur aus einem Erdenklosse 
gemacht und dann erst von göttlichem Odem angehaucht worden. 
Er hätte sie selbst nicht sowohl mit Absicht erfunden, als suchend im 
Stein gefunden. Er selbst spricht diesen Gedanken Wiederholt in 
seinen Gedichten aus: der grösste Meister könne kein Werk bilden, 
Welches nicht zuvor schon fertig im Marmor gesteckt habe; aber nur 
der Hand, die vom Geiste beseelt sei, gelinge es, durch die Umhüllung 
zu derselben in die Tiefe zu dringen. Er führte alle seine Statuen 
nur nach einem kleinen Modelle selbst in Marmor aus. Die Fein- 
heiten kamen also jedenfalls dann erst hinzu, wenn er die Masse 
schon vor Augen hatte. Er braucht in einem seiner Gedichte an 
Vittoria Colonna. dieses sein Verfahren bei der Arbeit sehr schön als 
ein 
die 
Sich selbst vergleicht er mit einer Figur, 
einem leichthin entworfenen Thonmodell 
Bild geistiger Liebe. 
seine Freundin nach 
fertig und bis in's Feinste erst ausführt. Die Liebe gründet sich 
Wohl auf den Charakter, den sie in seinen Grundzügen schon fertig 
voriinden muss; aber erst durch sie wird er ganz vollendet.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.