Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1425941
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Michelangelo 
Menschen des 
Die 
einander der eine und der andere Gedanke aufgeleuchtet, als dass jeder 
einzeln zu derselben Verkörperung gedrängt hätte. 
Etwas anders ist das Verhältniss wieder zwischen der Aurora und 
einem Bilde, das ihr in der Erfindung offenbar verwandt ist, einer 
Venus, die von Amor geküsst wird, angeblich von Pontormo nach 
einer Zeichnung von Michelangelo (früher in Berlin). Sie zeigt nicht 
dieselbe Stellung wie die Aurora, aber eine, die sich aus der Fort- 
setzung der Bewegung zum Aufstehen ergiebt, zu welcher die Aurora 
langsam Anstalt macht (s. o. S. 97). Die Aurora setzt den linken Fuss 
hinten auf dem Lager auf, um die Hüfte in die Höhe zu stemmen und sich 
dadurch mit der Vorderseite ihres ganzen Rumpfes über den Rand des 
nach Michelangelo. 
und Amor von Pontormo 
Venus 
Lagers dem Beschauer entgegenzuwenden, dann die F üsse herabfallen 
zu lassen und sich dann mit der Schulter vom Lager zu erheben, so 
dass sie dann aufrecht auf dem Rande des Lagers sitzt. Der erste 
Act dieser Bewegungsfolge, die wir als Fortsetzung von der Lage der 
Aurora erwarten, die Wendung der Hüfte und des ganzen Rulnpfes 
nach vorn, ist in der Venus bereits ausgeführt, und in der damit er- 
reichten Stellung macht sie vor der weiteren Fortsetzung des Auf- 
stehens Wieder Halt, um sich erst noch mit einer Wendung rückwärts 
von dem Bübchen, das ihr von hinten in den Schooss tritt, am Kopfe 
kriegen und küssen zu lassen. Aus dem Studium einer ganz alltägw 
liehen Bewegungsweise, wie das Aufstehen aus dem Bette, sind diese 
beiden Stellungen heraus und also direct aus dem Leben gegriffen;
        

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