Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vorträge über Plastik, Mimik und Drama
Person:
Henke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424454
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1425684
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Die Menschen 
des Michelangelo 
nicht besser, als an einer kleinen Auswahl vorzüglich charakteristi- 
scher Gestalten, die Michelangelo geschaffen hat. 
Die allereinfachste Anwendung von rein passiven Stellungen der 
Glieder ohne alle Muskelwirkung wäre die Darstellung einer Leiche. 
Der Leichnam des Herrn auf dem Schosse der Maria ist das erste 
Werk, wodurch Michelangelo sich als wahrhaft grosser Bildhauer be- 
kannt gemacht hat. Aber Leichen konnten auch die Griechen bilden; 
Die Nacht am Grabe des Giuliano 
von Medici 
Lorenzo. 
Sakristei zu 
der 
der völlig entseelte Körper stellt sich auch der naivsten Natur- 
beobachtung als das dar, was er ist, als todte Masse. 
Der Bruder des Todes ist der Schlaf. Kaum eine Figur von 
Michelangelo zeigt die eigenthülnliche Verschränkung der Glieder, 
von der die Rede gewesen ist, so ausgesprochen, wie die alle- 
gorische Darstellung der Nacht unter dem Bilde eines riesigen 
Weibes in tiefem Schlaf. Auf den ersten Blick freilich fällt es auf, 
dass sich schwerlich leicht ein Mensch, sei es auch im unwirth-
        

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