Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche und italienische Kunstcharaktere
Person:
Riehl, Berthold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1421254
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1424112
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Rubens. 
Peter Paul 
Steuern und Abgaben; auch wurde er der Verpflichtung enthoben, seine 
Schüler in die Gilde eintragen zu lassen. Isabella aber, die nach dem 
Tode ihres Gemahls die Regentschaft übernahm, ernannte dann Rubens 
zu ihrem Kammerherrn. 
Folgereicher noch als diese Gunstbezeigungen war es, dass Rubens 
durch Albrecht und Isabella die wichtigsten Verbindungen mit den euro- 
päischen Höfen anknüpfte. Durch sie wohl wurde die Aufmerksamkeit 
des Königs von Spanien auf den Künstler gelenkt, der ihm seit 1623 ein 
Monatsgehalt von 10 Thalern, das später bis zu 40 Thalern gesteigert 
wurde, verlieh; am 5.]uni 1624 wu1'de Rubens durch Philipp IV. in den 
Adelsstand erhoben. 
Auf den Rath des Gesandten der Infantin am Hof zu Paris. des Baron 
de Vicq, übertrug Maria von Medici Rubens den grossartigen Cyclus für 
die Galerie des Luxembourg-Palais. Durch Isabella wurde Rubens seit 1625 
wiederholt, am bedeutendsten 1627 bis 1630, zu diplomatischen Missionen 
verwendet; er schien dazu schon durch seine weitgehenden Beziehungen 
hervorragend geeignet, welche der Künstler mit den europäischen Höfen 
gewonnen, der an allen ein gern gesehener Gast war. 
Der Kernpunkt von Rubens' diplomatischer Thätigkeit lag in dem 
Streben, den Frieden herzustellen, zunächst England und Spanien auszu- 
söhnen. Die Unterhandlungen beginnen im Juli 1627 in Delft; Rubens 
reist dann nach Madrid, wohin er am 9. August 1628 abgeht. In Madrid 
wurde Rubens am 27. April 1629, um als passender Vertreter am eng- 
lischen Hofe erscheinen zum können, zum Secretär des geheimen Rathes er- 
nannt und erhielt vom Könige einen Diamantring zum Geschenke. Der 
siebenmonatliche Aufenthalt in Madrid kam aber nicht bloss dem Diplo- 
maten, sondern auch dem unablässig arbeitenden Künstler zu gute. Rubens 
brachte acht Gemälde für den König nach Madrid, wofür er 7500 Gulden 
erhielt; er wohnte im königlichen Palais, und fast täglich bekam er Besuch 
von der königlichen Familie, von der er eine stattliche Reihe Porträts 
malte; auch ertheilte ihm der König den Auftrag, fünfzehn Bilder zur Ver- 
herrlichung der Macht der Kirche für das Kloster Loeches zu malen. 
Die damals angeknüpften Beziehungen scheinen auch weitere Dauer 
besessen zu haben, denn unter dem 9. December 1636 erhielt Rubens 
10000 Pfund für Gemälde, die er für Philipp IV. Lusthaus des Prado 
bei Madrid geliefert hatte- Nicht nur für Rubens, sondern für die ganze 
Antwerpner Schule waren diese durch ihn hier wie dann auch in England 
angeknüpften Verbindungen von grösster Bedeutung. 
Den 29. April 1629 verliess Rubens Madrid und begab sich mit einer 
nur ganz kurzen Unterbrechung der Reise in Brüssel und Antwerpen nach 
London, wo er den 5. Juni 1629 ankam. Dass Rubens diese anstrengenden 
Reisen, die viele Zeit, die er seiner künstlerischen Thätigkeit entziehen
        

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