Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche und italienische Kunstcharaktere
Person:
Riehl, Berthold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1421254
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1423740
 
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,  dem Wege vom Bahnhofe Antwerpens in die alte Stadt 
lo I  bietet das Standbild David Teniers' dem Fremden den ersten 
1  V Gruss, der ihn an die grosse Kunstblüthe der Stadt im sieb- 
 "Äil-fw i  zehnten Jahrhundert gemahnt.  wTeniers und ein Monument, 
wie kann man den liebenswürdigen, launigen Erzähler des vlämischen 
Volkslebens, den Humoristen durch ein so feierliches Denkmal ehrenk 
 Man hört diese Frage wohl zuweilen, und sie entbehrt auch nicht der 
Berechtigung, wenn man die landläuhge Vorstellung von Teniers theilt, 
die sich unter dem Einfiusse der populärsten Werke des Künstlers denselben 
als einen schlichten, heiteren Mann vorstellt, der mitten unter dem frohen 
Volke lebte, das er so trefflich schilderte.  DAbCr ist das Teniers denn 
wirklich gewesenh  Ich glaube nicht. Die neuesten Forschungen über 
den Meister 1) scheinen uns zu einem anderen, nicht minder anziehenden, 
aber bedeutenderen Charakter zu führen, bei dem es wohl gerechtfertigt 
ist, ihn an so hervorragender Stelle durch ein Monument zu ehren. 
David Teniers, den wir zum Unterschiede von seinem gleichnamigen 
Vater den Jüngeren nennen, wurde in Antwerpen am I5. December 1610 
geboren. Die Vermögensverhältnisse der Familie müssen damals sehr 
günstige gewesen sein, denn Teniers" Grossvater hatte bei seinem Tode 
am 4. Mai 1585 ein stattliches Vermögen hinterlassen, und Teniers' 
Vater hatte am I2. October 1608 die reiche Dymphna de Wilde geheirathet, 
die verschiedene Renten und drei Häuser als Brautschatz mitbrachte. Der 
ältere Teniers, der ausser David noch vier Söhne hatte, war aber ein 
schlechter Haushalter; er brachte sein und seiner Frau Vermögen durch, 
1) 105- Van den Branden: Geschiedenis der Antwerpsche Schildersehool. Antwerpen 
1833. Rooses: Geschichte der Malerschule Antwerpens. Deutsche Ausgabe von Franz v. 
Reber. München 1881.
        

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