Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Physiologie des Fliegens und Schwebens in den bildenden Künsten
Person:
Exner, Sigmund
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398435
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398722
brauchen sie noch nicht vollkommen schwerlos zu sein; es 
wird vielmehr von Fall zu Fall, und wohl auch von Beschauer 
zu Beschauer das Urtheil darüber verschieden ausfallen, 0b eine 
bestimmte Figur noch Schwere überhaupt hat, und wie gross 
ihr Gewicht erscheint. 
Nirgends aber gewahrt man, dass an dem Flügelpaar eine 
Last von 50-70 Kilo hängt und durch Muskelaction in der 
Schwebe erhalten wird. Wie unzweideutig kommt es sonst zum 
Ausdrucke, wenn eine Gestalt dieses Gewicht des menschlichen 
Körpers durch Muskelaction zu bewältigen hat. Auch  und 
es ist dies für unsere Frage von grosser Bedeutung  ist mir 
keine Form der Bewegung bekannt geworden, welche stets 
unter Zuhilfe- m;  
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Flugeln darge- FXJM? ff; 7 
stellt würde;  
jede Bewegungs- (Ö   
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auch an ungeüü- [füge  
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ein Beweis, dass j l  J j 
die Flügel in der z 2'  r I, 
That allgemein   t Q  
nicht vom mechan M.  
nischen Stand-  
punkte aufgefasst Wurden 1). Sie sind gelegentlich als Fallschirme 
benützt, gewöhnlich aber dienen sie als Symbole, wie dies 
z. B. von den Schmetterlingsflügeln mancher Putten unmittel- 
bar einleuchtet. 
Die dargelegte Anschauung von dem geringen Gewicht der 
als fliegend gebildeten Gestalten scheint mir zwar der Augen- 
schein ohne Weiteres zu ergeben, doch dürfte es nicht über- 
flüssig sein, dieselbedurch folgende Betrachtung zu befestigen. 
Es wurden mir einmal die Amoretten, welche sich bei Raphael's 
Galathea in der Luft herumtreiben und von da Pfeile herab- 
1) Wie naiv die Kunst die Flügel behandelt, geht" unter Anderem daraus 
hervor, dass sie bei Engeln geradezu auf das Gewand aufgesetzt oder mit 
diesem verwachsen dargestellt werden.
        

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