Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Physiologie des Fliegens und Schwebens in den bildenden Künsten
Person:
Exner, Sigmund
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398435
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398626
nter die grosse Anzahl psychologisch interessanter Fragen, 
U die sich dem aufmerksamen Beschauer von Kunstwerken 
aufdrängen, gehört auch die: wie ist es zu erklären, dass es 
Künstlern gelingt, Objecte oder Vorgänge, die nie ein Mensch 
gesehen hat, ja, deren Existenz zu den Unmöglichkeiten gehört, 
so darzustellen, dass sie nicht nur nichts Frerndartiges, sondern 
etwas Anheimelndes an sich haben, fast als Würden sie alte 
Erinnerungen an oft Gesehenes wachrufen? 
Für eine derartige Erscheinung des Kunstlebens mag hier 
der Versuch gemacht werden, die Frage zu beantworten, für 
die Erscheinung, dass seit Jahrtausenden Künstler schwebende 
und fliegende Figuren darstellen, welche sich in der Luft so 
zu benehmen scheinen, als wäre diese ihr eigentliches Element. 
In der That finden sich fliegende und schwebende Gestalten 
von Menschen und Thieren schon auf altgriechischen Vasen, 
was nicht Wunder nehmen kann, wenn man bedenkt, wie sehr 
Homer's Schilderungen den Griechen in Fleisch und Blut über- 
gegangen sind, und wie sie zur bildlichen Darstellung einladen. 
"Treibend schwang sie die Geissel, und rasch hiniiogen die Rosse 
Zwischen der Erd" einher und dem Sterngewolbe des Himmels. 
Weit wie die nebelnde Fern" ein Mann durchspäht mit den Augen, 
Sitzend auf luftiger Wart', in das ünstere Meer hinschauend: 
50 weit heben im Sprung sich der Göttin schallende Rosse."1) 
Ja, neuere archäologische Forschungen haben ergeben, dass 
die bildliche Darstellung der geflügelten Gestalten Griechenlands 
in einer Zeit, welche zwischen der homerischen und der eigent- 
Voss, 
Ilias 
768.
        

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