Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Studium und die Ziele der Malerei
Person:
Schultze-Naumburg, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1396875
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1397542
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und wird nur zum materiellen Träger des innerlich Ge- 
schauten. 
Es ist zwar für den Maler praktisch total unnötig, diesen 
Prozess zu analysieren; er kann ihn ja doch nicht willkürlich 
hervorrufen, da es unwillkürliche psycho-physiologische Vorgänge 
sind, deren Intensität sich nach der Begabung richtet. Nur eines 
kann der Maler dabei lernen: dass er stets im Banne seines 
Talentes schreitet, ausser dessen Grenzen er nie etwas Lebens- 
fähiges vollbringen kann; dass er nur dem als Kunstwerk Ge- 
stalt verleihen kann, was sich ihm aufdrängt, was ihn nicht 
schlafen lässt, was er sieht, wenn er die Augen schliesst, was 
die Welt bildet, in der seine Seele lebt. Alles andere, was er 
erst bei den Haaren herbeiziehen muss, wird Unkunst. Und 
das ist nicht anders beim mystischen Schwärmer, wie beim derben 
Realisten, beim Bildnismaler wie beim Landschaften 
Gesetzt nun den Fall, ein junger Maler wäre technisch so 
weit, dass er mit künstlerischen Mitteln dem Ausdruck verleihen 
kann, was in ihm ist. 
 Gehen wir über den Zopf der Akademien 
 hinweg, welche sagten: xNehmen Sie eine 
Die Idee J interessante Idee   ß etc. Dieser Zopf lebt 
 heute noch genau so, und wird nicht anders, 
wenn moderne Arbeitsblousen und Militärhosen 
statt Trikots und Hellebarden figurieren oder sie durch das 
Botticelligewand abgelöst werden. 
Die Idee des Bildes liegt in der seelischen Stimmung, aus- 
gedrückt durch die sinnfällige Schönheit der bemalten Leinwand, 
nicht in dem dargestellten Vorgang. Man sollte sich darin an
        

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